Ratingen: Orgelspiel der Meisterklasse
VON PHILIPP ADOLPHS - zuletzt aktualisiert: 06.10.2008Düsseldorf (RPO). Die Kirchenglocke schlägt acht Uhr. Wenige Sekunden später ist Olivier Houette auf einer Leinwand im Kirchenschiff von Sankt Peter und Paul zu sehen. 150 Zuhörer horchen auf, als die ersten Klänge aus der Seifert-Orgel ertönen und den Raum erfüllen. Ein lebhaftes Stück vom französischen Komponisten Louis Vierne stellte den Anfang eines umfangreichen und vielseitigen Programms dar.
Der junge Titularorganist, 1980 geboren, bot abwechslungsreiche Kunst- und Kirchenmusik mit Werken deutscher und französischer Romantiker. Mit andächtigen Stücken wie dem Benedictus von Max Reger, dem epischen, dramatischen 3. Choral in a-moll von César Franck oder auch dem kurzen, fröhlichen Intermezzo aus den „Pièces de Fantasie“ von Louis Vierne überzeugte Houette auf breiter Linie.
Der junge Meister-Schüler von Notre-Dame-Titulaire Olivier Latry studierte am Pariser „Conservatoire National Supérieure de Musique et de Danse“ und erspielte sich anschließend den Premier Prix (ersten Preis) in Orgel- und Renaissance- Polyphonie sowie fünf weitere Preise. Als Professor unterrichtet er heute Orgel und Cembalo am Konservatorium von Bourg-la-Reine, ist Titularorganist der Kathedrale von Poitiers und an Saint-Francois-Xavier in Paris. Dass mit Houette ein äußerst talentierter Organist im Rahmen des Organistivals spielte, versicherte auch Kantor und Konzertorganist Ansgar Wallenhorst, Leiter der Ratinger Kirchenmusik: „Es war eines der schönsten Orgelkonzerte!“.
Von der Komplexität, den technischen und den musikalischen Ansprüchen des Orgelspiels von Houette konnte sich jeder Zuhörer auch auf einer Videoleinwand im Kirchenschiff überzeugen. Schnelle Läufe konnte man an seinen Händen mitverfolgen und die teils sehr schwierige Beinarbeit an der Orgel bewundern. Ausdruck und Mimik des Organisten zeigten, dass Houette mit Leib und Seele bei der Musik war. So forderte das Publikum nach einem gewaltigen und dramatischen Stück von Marcel Dupré mit anhaltendem Applaus eine Zugabe.
Olivier Houette selbst freute sich, in Ratingen gespielt zu haben: „Es hat Spaß gemacht!“. Außerdem sei die Seifert-Orgel in Peter und Paul gut zu spielen, so Houette. Zum Finale der Organistival-Konzerte spielt David Briggs am ersten Adventssonntag, 30. November. Info: www.orgelwelten-ratingen.de.
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