Ratingen: Orpheus Theater meisterte alle Probleme
VON JASMIN MAXWELL - zuletzt aktualisiert: 23.11.2009Düsseldorf (RPO). Tiefenbroich. Der Abend schien unter keinem guten Stern zu stehen. Nur wenige Stunden vor dem traditionellen jährlichen Auftritt des Orpheus Theaters Ratingen im Jägerhof in Tiefenbroich ging auf einmal alles schief: Das Mikrofon war kaputt, und dann fiel mit Stefanie Clausen auch noch kurzfristig eine wichtige Sängerin des Operetten-Ensembles aus. "Als ich das hörte, bin ich fast in Ohnmacht gefallen", sagte Adolph Brune, Gründer und Leiter des Orpheus Theaters.
Doch alle Probleme konnten gelöst werden. Ilse Abel, Vorsitzende des Bürgervereins Tiefenbroich, der zum Operetten-Abend einlud, konnte von einer befreundeten Band ein Mikrofon ausleihen. Und Sängerin Mona Weber sprang kurzfristig für die erkrankte Clausen ein – obwohl sie für den Abend eigentlich Opernkarten hatte. Und kaum hatte der Auftritt des Orpheus Theaters begonnen, waren die Startschwierigkeiten vollkommen vergessen. Die acht Sänger lieferten eine bunte Mischung bekannter Melodien aus Operette, Musical und Film. Von Balladen wie "Tonight" aus der "West Side Story" über das humorvolle "Ich wollt, ich wär' ein Huhn" bis hin zu Liebesliedern wie "Lippen schweigen" aus "Die lustige Witwe" – für jeden Geschmack war etwas dabei.
Die Puppe Olympia
Die Ensemble-Mitglieder überzeugten mit enormer Stimmgewalt und viel schauspielerischem Talent. Elena Puszta etwa begeisterte mit ihrer klaren Stimme und enormer Wandlungsfähigkeit: In einem der wohl originellsten Auftritte spielte sie die Puppe Olympia aus der Oper "Hoffmanns Erzählungen". Als Mischung aus Barbie-Puppe und Roboter bot sie einen steifen Ballett-Tanz dar. Für viele Lacher sorgten auch die spontan eingesprungene Mona Weber und Wolfgang Krupp mit stark überzeichneter Mimik.
Besonders bemerkenswert: Unter der schauspielerischen Darbietung und den vielen Tänzen litt nie der Gesangsvortrag. Die Auftritte waren jedoch nicht nur etwas für die Ohren, sondern auch für die Augen: Denn die Sänger trugen die Original-Kostüme zu den jeweiligen Operetten oder Musicals. Die Zuschauer feierten das Ensemble mit viel Applaus und "Bravo"-Rufen.
Ilse Abel vom Bürgerverein betonte: "Wir möchten den Tiefenbroicher Bürgern etwas bieten. Denn gerade die Älteren können nicht mehr so leicht in Opernhäuser in der Umgebung fahren."
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