Ratingen: Panne stoppt 45 000 Wähler
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 11.02.2008Düsseldorf (RPO). In fünf von elf Gemeinden des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann müssen die Presbyteriumswahlen wegen eklatanter Fehler bei der Briefwahl verschoben werden. Betroffen sind auch Lintorf-Angermund und Ratingen.
Am Sonntag, 24. Februar, gibt es in der Evangelischen Kirche im Rheinland die nächsten Presbyteriumswahlen. Doch rund 45 000 Menschen dürfen nicht bestimmen, wer in diese Leitungsgremien der Kirchengemeinden kommen soll – vorerst jedenfalls nicht. Die Kirchengemeinden Lintorf-Angermund, Ratingen, Mettmann, Haan und Hochdahl sind davon betroffen. Am Wochenende zog Superintendent Frank Weber die Notbremse: „Für diese Gemeinden haben wir einen Wahlstopp beschlossen.“
Was war passiert? Diese Gemeinden hatten erstmalig von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, an die Wähler Briefwahlunterlagen zu verschicken. „Wir haben eine Firma mit dem Direktversand der Wahlunterlagen beauftragt“, erklärte Weber, „der wurde aber nicht ordnungsgemäß erledigt.“ Eine Fehlerquelle seien unvollständige Briefwahlinformationen, die eine richtige Bearbeitung durch den Wähler nicht sicherstellten, hieß es. Zudem seien Wahlunterlagen vertauscht worden. Weber betonte: „Wir hätten nicht kontrollieren können, wer wirklich gewählt und sein Stimmrecht wahrgenommen hat.“ Deshalb müsse der Wahltermin verschoben werden. Dies sei sehr ärgerlich, die Gemeinden hätten mit viel Engagement die Wahlen vorbereitet, meinte Weber. „Viele Kandidaten haben sich bereit erklärt, Leitungsverantwortung für die Kirche zu übernehmen“, so der Theologe.
Heute gibt es eine Krisensitzung
In den sechs anderen Kirchengemeinden des Kirchenkreises können die Wahlen nach Plan ablaufen. Dies betrifft Hösel, Homberg, Erkrath, Hilden, Linnep und die Anstaltskirchengemeinde bei der Graf-Recke-Stiftung. Diese Gemeinden hatten keine Briefwahlunterlagen verschickt, stattdessen die regulären Wahlbenachrichtigungskarten. Und: In der Kirchengemeinde Homberg (nur im Bezirk Homberg, nicht im Bezirk Düsseldorf-Knittkuhl) sowie in der Kirchengemeinde Erkrath gelten die Kandidaten bereits als gewählt – weil es genauso viele Kandidaten wie Presbyterplätze gibt.
Wie geht es nun weiter? Heute gibt es unter Leitung von Superintendent Weber eine Krisensitzung, auf der entschieden werden soll, wann, wie und von wem die neue Briefwahlunterlagen verschickt werden. Abhängig ist dies vor allem vom neuen Termin für die Presbyteriumswahl, der ebenfalls heute festgesetzt werden soll. Die Sitzung findet am Abend statt.
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