Ratingen: Polizei stoppt Chaos-Raser
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 04.02.2012Ratingen (RP). Mehrere Streifenwagen und ein 27-jähriger Mann aus Heiligenhaus haben sich eine halsbrecherische Verfolgungsjagd durch mehrere Städte geliefert – so auch durch Ratingen. Erst in Mettmann war Schluss.
RATINGEN/HEILIGENHAUS Die Lebensgefährtin saß als Beifahrerin daneben, hinten auf der Rückbank des Opel Zafira das vierjährige Kind. Sie werden den vergangenen Donnerstag so schnell nicht vergessen. Denn der 27-jährige Mann aus Heiligenhaus, der den Wagen fuhr, hat sich eine rücksichtslose Jagd mit der Polizei geliefert. Mehrere Streifenwagen konnten den Pkw schließlich in Mettmann anhalten. Dort wurde der Mann, der keine Fahrerlaubnis hat, überwältigt und festgenommen.
Was war genau passiert? Der Heiligenhauser war gegen 16.40 Uhr auf der Velberter Straße (B 227) mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs, überholte auf einer Einbahnstraße mehrere Fahrzeuge verbotswidrig links und rechts. Unter den Überholten war zufälligerweise auch ein ziviler Streifenwagen der Polizei. An der Velberter Kreuzung Flandersbacher Weg/A 44 holten die Beamten die Kelle heraus, sprachen den Mann gezielt an. Doch der gab Gas und raste nach rechts in den Flandersbacher Weg in Richtung Wülfrath und Mettmann. Er ignorierte die Anhaltezeichen des Polizeifahrzeugs, das ihm mit Blaulicht und Einsatzhorn folgte.
Mit über 100 km/h donnerte der Verkehrsrowdy auf der Straße Am Thekbusch durch ein Wohngebiet, in dem nur 30 km/h erlaubt sind. Für kurze Zeit geriet er außer Sicht, doch auf der Rohdenhauser Straße (L 426) in Wülfrath konnten die Beamten wieder aufschließen. Zahlreiche Pkw mussten dem Fahrzeug ausweichen. Manche landeten auf dem Grünstreifen.
Die Flucht ging weiter über die Meiersberger Straße (L 422) in Richtung Ratingen und bis zur Mettmanner Ostpreußensiedlung. Dort nahm die Chaosfahrt ein glimpfliches Ende. Die Polizei konnte den Mann stoppen. Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Gefährdung des Straßenverkehrs. Die Verfolgungsjagd sei riskant gewesen, räumte Polizeisprecher Ulrich Löhe ein, die Kollegen hätten schließlich innerhalb kürzester Zeit entschieden, den Opel Zafira weiter zu verfolgen, man habe ja nicht wissen können, welche Gefahren von dem Mann ausgehen. Bisher, so Löhe, sei der 27-Jährige polizeilich nicht in Erscheinung getreten, unter Drogen oder Alkoholeinfluss habe er auch nicht gestanden. Angesichts der Unvernunft und Rücksichtslosigkeit hätten sich die Beamten fassungslos gezeigt, hieß es.
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