Ratingen: Preiskampf bei Brötchen
VON STEFAN GÖRZ - zuletzt aktualisiert: 09.03.2010Düsseldorf (RPO). Die Firma Aldi Süd will in ihren Filialen demnächst auch frische Backwaren anbieten. Die Ratinger Bäcker sehen der Preis-Offensive mit gemischten Gefühlen entgegen. Auf dem Markt werde es noch härter zugehen, heißt es.
Die Kunden der Aldi Filiale in Mülheim-Saarn sind begeistert. Seit einiger Zeit können sie dort auch frische Backwaren erwerben. "Bei jedem Besuch kaufe ich dort meine Brötchen und mein Brot, das frisch aus dem Backautomaten kommt. Und mit der Qualität bin ich sehr zufrieden", betonte eine Stammkundin des Discounters. Die Preise liegen deutlich unter denen der Bäckereien. So sollen in den Testmärkten, zu denen Mülheim- Saarn zählt, die Weizenbrötchen 15 Cent kosten, ein Baguette liegt bei rund 80 Cent.
Wann erhalten die Aldi Filialen in Ratingen Backautomaten? Und wie werden unsere Bäckereien auf das Angebot reagieren? Kirsten Windhorn, Leiterin Unternehmenskommunikation von Aldi Süd aus Mülheim, wollte noch keine Termine für das Aufstellen der Backautomaten in Ratingen nennen. Aber festzustehen scheint, dass diese Automaten kommen werden.
Günter Vogel, der seit Jahrzehnten eine Bäckerei in Lintorf betreibt, bereiten die Angebote der Discounter grundsätzlich Sorgen. "Natürlich gab es in den Ratinger Bäckereifachbetrieben in der Vergangenheit durch die Billiganbieter Einbußen." Dass Aldi demnächst zusätzlich als Anbieter an den Markt kommt, sieht er allerdings gelassen: Natürlich spiele der Preis für den Käufer eine große Rolle, aber Vogel hat festgestellt, dass "der Kunde dann lieber nur neun statt früher zehn Brötchen kauft und so mit unseren höheren Preisen leben kann".
Dagmar Frik, die mit Ihrem Ehemann auf der Mülheimer Straße und Poststraße je eine Bäckerei unterhält, ist nicht gerade begeistert von dem Vorhaben des Discounters. "Jede Biene sticht, und wir Kleinbäcker leiden natürlich unter den Preisen der Konzerne." Aber auch sie ist davon überzeugt, dass man sich behaupten kann. "80 Prozent unseres Umsatzes machen wir mit Stammkunden. Und im Gegensatz zum Discounter, der in der Masse wenig Einfluss auf die einzelnen Produkte nehmen kann, ist dies bei uns möglich. Über die Qualität des Einkaufes, wie zum Beispiel beim Mehl, macht sich der Unterschied im Geschmack bemerkbar." Bei den Preisen für ihre Backwaren gibt es laut Frik allerdings kaum Luft nach unten.
Gelassen gibt sich Volker Kels, Mitinhaber des Edekamarktes in Ratingen Ost. "Jeder Mitbewerber nimmt zwar Umsatz, aber wir bieten schon immer unsere Waren unter der Devise ‚Gute Ware zu einem fairen Preis' an. So sind wir durch unseren hohen Warenumschlag in der Lage, günstige Preise für unsere Frischbackwaren anzubieten.Unter dem Aspekt, dass wir eine entsprechende Qualität sowie ein breites Sortiment im Backwarenbereich anbieten, erwarten wir keine nennenswerten Rückgänge."
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