Ratingen: Rathaus bleibt Schlüsselprojekt
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 28.08.2009Düsseldorf (RPO). Die Entwicklung der Innenstadt spielte im großen Wahlkampf-Theater nur eine blasse Nebenrolle. Prägend waren vor allem die Themen Wirtschaftsförderung, Finanzen, Jugend und Soziales. Der neue Rat wird sich in den kommenden fünf Jahren mit vier Schlüsselprojekten in der City beschäftigen.
Neben vielen Sanierungs- und Bauprojekten wird die Verwaltung ein besonderes Augenmerk auf die wichtigsten Maßnahmen für die City legen müssen. Die RP beschreibt den Ist-Zustand der Projekte und deren Perspektiven.
Rathaus: Die Sanierung ist beschlossene Sache – auf dem Papier. Die Grünen stichelten auf Plakaten, dass nach zwei Bürgerentscheiden immer noch nichts passiert sei. Bürgermeister Harald Birkenkamp hatte bei der Podiumsdiskussion auf dem Marktplatz versichert, dass man mit Hochdruck an der Sanierung arbeite. Zurzeit kümmert sich der Controller des Projektes um Details wie Raumprogramm und Umzug während der Sanierungsphase.
Ein Knackpunkt ist die so genannte Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009, die am 1. Oktober in Kraft tritt. Die Kriterien für eine Sanierung im energetischen Bereich wurden deutlich verschärft. Dies wird die Kosten in die Höhe treiben. Am Ende könnte es erneut die Diskussion darüber geben, ob ein Neubau nicht doch billiger ist und bessere Perspektiven bietet. Fakt ist: Der Rat hat die Sanierung beschlossen. Die Kosten belaufen sich nach letzten Schätzungen auf mehr als 24 Millionen Euro.
Parkhaus Kirchgasse: Der Schandfleck ist ein politischer Dauerbrenner. Laut Planungsdezernent Dr. Ulf-Roman Netzel hat es bereits erste Bieter-Gespräche gegeben. Ein Investor wird das komplette Projekt abwickeln. Geplant sind Wohnungen, Einzelhandel und eine Tiefgarage. Das benachbarte Grundstück, auf dem das Jugendzentrum Lux steht, spielt bei den Planungen eine Rolle, denn der Investor hätte die Möglichkeit, das Projekt auf diesem Areal zu erweitern. Aus den Reihen der Politik ertönte das Bekenntnis: Das Jugendzentrum muss in der Innenstadt bleiben.
MarkT 17 bis 20: Dieser Immobilienblock, der sich im Besitz der Stadt befindet, soll mit Hilfe eines Investorenwettbewerbs und architektonischer Vorgaben neu gestaltet werden. Netzel erwartet gegen Ende dieses Jahres erste Entwürfe potentieller Bieter. Eine Jury wird entscheiden, welches Modell in Frage kommt. Die BU geht in ihrem Wahlprogramm davon aus, dass es wohl noch zwei Jahre dauert, bis Geschäfte errichtet werden.
Alte Feuerwache: Nach dem Umzug der Feuerwehr an den Voisweg werden die Räume als Ausweichbüros für die Verwaltung genutzt. Es gibt unterschiedliche Ideen, diesen Standort zu nutzen. Ein Vorschlag: Mehr-Generationen-Wohnen. Erste Planungen für zukünftige Nutzungen laufen bereits. Das Thema steht aber hintenan.
Fazit: Die Rathaus-Sanierung ist und bleibt das zentrale Schlüsselprojekt, das bei aufflammender Diskussion unter politischem Druck stehen wird. Es wird die Frage aufkommen, was die Stadt angesichts der Finanzkrise leisten kann und will. Bei den beiden Investor-Projekten geht es vor allem um Wirtschaftsförderung für den Einkaufsstandort Ratingen.
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