Ratingen: Rekord mit Perspektive
VON MELANIE MEYER - zuletzt aktualisiert: 25.08.2008Düsseldorf (RPO). Kultur bis in die Morgenstunden, das bot die Museumsnacht. Die drei Ratinger Museen nahmen zum zweiten Mal teil. Das Rheinische Industriemuseum Cromford verzeichnete einen bemerkenswerten Ansturm.
„Nächster Halt: Kunst und Kultur.“ So lautete das Motto der zweiten Museumsnacht, an der auch das Rheinische Industriemuseum, das Museum der Stadt und das Oberschlesische Landesmuseum teilnahmen. Mit dem Bus oder dem eigenen Pkw machten sich am Freitagabend Tausende auf den Weg, die 13 Museen des Kreises Mettmann zu besuchen. Das Rheinische Industriemuseum meldete mit über 900 Besuchern den Ratinger Besucherrekord.
Die Museumslandschaft in Ratingen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert und so wundert es nicht, dass trotz des schlechten Wetters alle drei Häuser mehr als gut besucht waren. „Natürlich sind das Neanderthal Museum und auch das Rheinische Industriemuseum Zugpferde. Und es könnten immer mehr Besucher sein, doch wir sind eben ein Spartenmuseum“, sagte Dr. Stephan Kaiser, Leiter des Oberschlesischen Landesmuseums. Er halte die von Besucherströmen geradezu überschwemmten Museumsnächte Düsseldorfs für ein Phänomen der Großstadt. Mit solchen Zahlen könne man in Ratingen nicht rechnen.
Statistik
Insgesamt nahmen 13 Museen aus dem gesamten Kreis Mettmann an der Museumsnacht 2008 teil. Mit Shuttel-Bussen konnten die Besucher von Haus zu Haus fahren.
Vor zwei Jahren nahmen insgesamt 1200 Menschen das Angebot war. In deinem Jahr scheinen es deutlich mehr gewesen zu sein. 900 Besucher kamen allein nach Cromford.
Wichtig für die Häuser sei, zu wissen, wo man stehe. Mit rund 10 000 Besuchern im Jahr scheint es dem Oberschlesischen Landesmuseum gelungen zu sein, den Spagat zwischen Sparte und Kunst geschafft zu haben. Auch wenn der Ratinger seine Kultureinrichtungen immer noch zu wenig nutze und in die Ferne schweife, so Kaiser.
Durch das breite Spektrum von Dauer- und Sonderausstellungen sowie die Vermittlungsarbeit konnte auch das Museum der Stadt nicht nur zur Museumsnacht mehr Besucher locken, sondern es schient generell einen Aufwärtstrend zu geben. Sowohl Kurator Klaus Thelen als auch Kulturamtsleiterin Dr. Inge Röhnelt bestätigten diesen Eindruck. „Ich kann keine genauen Zahlen sagen, aber im Vergleich zum Vorjahr hat sich bei uns einiges getan“, so Röhnelt. Abgestimmt auf den Busfahrplan bot das Haus ein abwechslungsreiches Programm. Zur Eröffnung der „Pop“-Ausstellung kamen bereits um 18 Uhr mehr als 200 Besucher. Aber auch danach wurde es niemandem langweilig. Manfred Buer, Vorsitzender des Heimatvereins, führte durch die Johann-Peter-Melchior-Sammlung und freute sich vor allem, auch viele junge Leute unter 30 Jahren begrüßen zu können.
In Cromford kamen die Mitarbeiter an ihre Grenzen. Besuchermassen zogen von der Bushaltestelle ins Rheinische Industriemuseum. Historische Persönlichkeiten sowie Maschinenführungen und eine imposante Lichtshow warteten auf über 900 Kulturinteressierte. Teilweise gab es kein Durchkommen mehr. „Wir sind mehr als zufrieden“, sagte Leiterin Claudia Gottfried. Die Erklärung für diese Besucherströme seien nicht nur in der Orientierung des Hauses zu suchen, sondern vor allem im breiten Angebot von Sonderausstellungen und Museumspädagogik. Im Vorjahr zählte das Haus 32 000 Besucher. In diesem Jahr liege man bei bisher 30 000 Besuchern.
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