Kreis Mettmann: Rezession erreicht den Kreis
VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 13.02.2009Düsseldorf (RPO). Der Konjunkturklima-Index der Industrie- und Handelskammer ist innerhalb von vier Monaten um mehr als die Hälfte auf einen historischen Tiefstand gefallen. Für die nächsten Monate bleiben die Unternehmen pessimistisch
Der Aufschwung der Konjunktur im Kreis Mettmann ist durch die Finanzkrise abrupt gestoppt worden. "Wir haben lange überlegt, ob wir das böse Wort mit ,R' in den Mund nehmen sollen. Aber es hilft nichts, wir sind in der Rezession", sagt Dr. Ulrich Hardt, Leiter der Velberter Zweigstelle der Industrie- und Handelskammer.
Der IHK-Konjunkturklima-Index, der die Geschäftslage und Erwartungen der befragten 220 Unternehmen mit ihren 21 500 Mitarbeitern in den zehn Städten zusammenfasst, ist in vier Monaten um mehr als die Hälfte in den nun rezessiven Bereich gefallen. "Mit einem Wert von 63 Punkten erreicht er jetzt nur noch knapp zwei Drittel seines neutralen Wertes", sagt Gerd Helmut Diestler, stellvertretender Geschäftsführer der IHK.
Nur jeder Zehnte optimistisch
Von einer zu Jahresbeginn "guten Geschäftslage" berichtet der IHK nur noch knapp jeder fünfte Betrieb. Zum Vergleich: Im Spätsommer 2008 waren es noch mehr als die Hälfte. War vor vier Monaten noch kaum ein Betrieb unzufrieden, gilt dies nun bereits für jeden dritten. Der Saldo aus den "Gut"- und "Schlecht"-Meldungen sei damit binnen weniger Monate von über 50 Prozentpunkten auf minus 16 Punkte gefallen.
Noch deutlicher ist der Umschwung bei den Konjunkturerwartungen. "Nicht einmal jeder Zehnte Betrieb rechnet damit, dass es im Jahresverlauf 2009 wieder aufwärts geht", sagt Diestler. Deutlich mehr als jeder Zweite befürchte eine weitere Verschlechterung seiner Geschäftslage.
Die Auslastung der industriellen Produktionskapazitäten im Kreis Mettmann sei seit dem Spätsommer 2008 auf jetzt 76 Prozent gesunken. "Allerdings haben viele Unternehmen ihre Investitionsabsichten in den letzten Monaten revidiert. Nur noch jedes zehnte will mehr als zuvor, aber bereits jedes zweite weniger investieren", verdeutlicht Diestler den Stimmungswandel in der Wirtschaft. Allerdings gebe es Hoffnung, dass sich die Lage bis zum Sommer stabilisiert. Das Baugewerbe ist von der Krise bislang kaum betroffen. Auch Einzelhändler haben noch nicht über nennenswerte Umsatzeinbußen geklagt. Es überwiegen sogar die Betriebe, die von einer Verbesserung ihrer Geschäftslage ausgehen. Von den Unternehmen sei auch zu hören, dass in neue Produkte und neue Technik investiert werde, so Hardt. Ganz düster hätte es dagegen ausgesehen, wenn nur noch von Rationalisierungen und Arbeitsplatzabbau gesprochen worden wäre. "Dann wäre es wirklich ernst", sagt Hardt.
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