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Ratingen: S 6: Blauer Brief an Bahn-Chef

VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 11.12.2009

Düsseldorf (RPO). Dr. Wilhelm Droste, CDU-MdL, hat sich in einem geharnischten Brief an Bahn-Vorstand Dr. Rüdiger Grube über die "desaströsen Zustände" bei der S 6 beschwert: Sie sei verdreckt und völlig heruntergekommen.

In einem bitterbösen Brief hat sich der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Wilhelm Droste beim Chef der Bahn AG über die "unzumutbaren Zustände" bei der S 6 beklagt.

In dem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden Dr. Rüdiger Grube verweist Droste auf die bisherigen Schreiben, unter anderem an Vorgänger Mehdorn: "Obwohl durch Ihr Unternehmen mehrfach zugesagt wurde, eine Verbesserung der Situation sei unmittelbar zu erwarten, hat sich nichts getan. Im Gegenteil: Die Situation hat sich im Laufe der letzten Monate erneut verschärft."

So habe sich trotz mehrfacher Ankündigung seitens der Bahn AG bei der Sauberkeit der Züge bisher keine Änderung ergeben. "Die völlig veralteten Bahnen, deren Austausch frühestens 2012 ansteht, sind im Regelfall stark verdreckt. Graffiti-Schmierereien, aufgeschlitzte und verschmutzte Sitze und ein völlig heruntergekommenes Wageninterieur sind an der Tagesordnung." Dies betreffe auch die Ratinger Bahnhöfe.

Daneben stelle die mangelnde Pünktlichkeit "ein zentrales Problem" dar. Droste: "Fast täglich erreichen mich Beschwerden, die über zum Teil stark verspätete und oftmals sogar ganz ausgefallene Züge berichten." Am Mittwoch seien zwischen 7 und 8 Uhr gleich zwei Bahnen ersatzlos ausgefallen. "Die Fahrgäste wurden nicht einmal informiert."

Die Überfüllung der Züge werde sich mit der anstehenden Ausdünnung anlässlich des Fahrplanwechsels noch verstärken, so Droste, der selbst regelmäßig die S-Bahn ab Hösel nutzt. Die Auswirkungen sollten nach Aussage der Bahn AG ursprünglich durch den Einsatz der neuen Züge kompensiert werden. In den kommenden Jahren sei nun mit einer weiteren signifikanten Verschlechterung des Bahnverkehrs zu rechnen.

Es sei den Kunden nicht zuzumuten, bis 2012 auf neue Bahnen zu warten. Vor über einem Jahr habe der VRR die Strecke der S 6 mit "ungenügend" bewertet, so Droste.

Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag, 13. Dezember, fallen fast alle Verstärkerfahrten der S 6 weg: Sie sorgen derzeit in Hauptverkehrszeiten zwischen 6 und 9 Uhr sowie zwischen 16 und 19 Uhr noch für einen Zehn-Minuten-Takt zwischen Ratingen Ost und Düsseldorf Hauptbahnhof.

Von den insgesamt 13 Fahrten werden bis auf drei alle anderen gestrichen.

Quelle: RP

 
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