Ratingen: Schattenspiele
VON REGINA HARTLEB - zuletzt aktualisiert: 02.03.2007Düsseldorf (RPO). Die jüdische Künstlerin Zipora Rafaelov zeigt im Museum der Stadt die Ausstellung „Eva’s Welt“. Arbeiten, die allein durch ihre besondere Fertigungstechnik zur intensiven Auseinandersetzung zwingen.
Die Silhouette eines auf Rosen gebetteten Frauenkörpers erkennt der Betrachter erst auf den dritten Blick. Nur unmittelbar vor dem Werk stehend formt sich das Bild aus den filigranen Konturen. Dabei ist „Esther zwischen Rosen“ eines der seltenen Motive von Zipora Rafaelov, das eher leicht aufzuspüren ist. Denn es ist eines von zwei Werken in der aktuellen Ausstellung „Eva’s Welt“, das die Künstlerin aus schwarzem Polyester geschnitten hat. Alle übrigen ihrer Werke sind weiß. Sie leben alleine durch das Spiel von Licht und Schatten. „Die Hängung der Bilder war daher eine besondere Herausforderung“, erklärt der stellvertretende Museumsleiter Klaus Thelen lächelnd. Denn jede Lichtquelle, jeder neue Blickwinkel, verändern die Wirkung der klein- und großformatigen Arbeiten hinter Glas.
Eröffnung
„Eva’s Welt“ wird heute Abend, um 18 Uhr, im Museum der Stadt, Grabenstraße 21, eröffnet. Bis zum 1. April sind Zipora Rafaelovs Arbeiten dort zu sehen.
Info: www.rafaelov.com
Für Schulklassen bietet das Haus nach Absprache kostenlose Führungen an.
Kontakt: Tel. 550-41 80/81.
„Ich gebe nur die Formen vor. Der Betrachter kann sich daraus seine eigene Geschichte erzählen“, sagt die jüdische Künstlerin über ihre Installationen und reliefartigen Papierarbeiten. Aus Polyester schneidet Rafaelov filigrane Strukturen, die sie anschließend zwischen zwei oder mehr Glasscheiben fixiert. Alles in weiß vor weißem Hintergrund. Der Eindruck von Dreidimensionalität entsteht allein durch die Entfernung zwischen den Ebenen, durch Schatten und Licht.
„Eva’s Welt“, das ist für Rafaelov die Frau in ihrem täglichen Umfeld. Tiere, Pflanzen, Spielzeug oder Modeartikel hat sie darin verarbeitet. Was profan klingt, entpuppt sich als echte Herausforderung: Denn von der Ferne betrachtet, verwehren die Bilder ein Raumerlebnis. Durch ihre spezielle Fertigungstechnik zwingen sie den Betrachter, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Nur wer direkt davor steht und Schatten und Reflektionen studiert, erkennt Motive wie „Eva’s Sandale“ oder „Isabel“. Bisweilen erinnern sie an Hologramme, wirken mal archaisch, mal wie Scherenschnitte.
Die Ausstellung „Eva’s Welt“ im Museum der Stadt ist einer von fünf Beiträgen der Stadt Ratingen zu den jüdischen Kulturtagen im Rheinland. Zipora Rafaelov ist Tochter einer Persin und eines Russen. Sie studierte am Institut für Schöne Künste in Bat-Yam/Israel und setzte später ihr Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie fort. Heute lebt und arbeitet sie in Düsseldorf. Die Werke der Ausstellung sind käuflich.
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