Heiligenhaus: Schiff ahoi im Freibad
VON PETRA WILLNAUER - zuletzt aktualisiert: 26.10.2009Düsseldorf (RPO). Am Wochenende zeigten Modellbauer aus ganz Deutschland im Heljensbad rund 250 Schiffsnachbauten. Für den Veranstalter, die Modellbaugemeinschaft Stauteich, ist dies eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres. Für die vielen Besucher auch.
Dass sich eine staunende Menge in einem Halbkreis um sie gebildet hatte, merkten Jürgen Kirchhof und Michael Rüttel nicht. Ganz in ihre Arbeit vertieft kontrollierten die beiden Modellbauer aus Büding in Hessen ihr Gemeinschaftsprojekt, einen 2,31 Meter langen Rettungskreuzer, der schon wegen seiner Größe ein Hingucker war. Mit einem Maßstab von 1:10 zum Original war der "Hermann-Rudolf-Meyer"-Rettungskreuzer am Sonntag im Heljens-bad der 85-Kilo-Koloss unter den Modellbooten, die sich zum traditionellen Abschwimmen der Modellbaugemeinschaft Stauteich auf dem Wasser oder am Land präsentierten.
"Wir sind uns ziemlich sicher, dass dieser Rettungskreuzer bislang nur einmal in so großem Maßstab nachgebaut wurde", so Peter Janutta von der Modellbaugemeinschaft. Sechs Jahre Freizeit haben Jürgen Kirchhof und Michael Rüttel in ihr "Mammutprojekt" gesteckt. Zwei bürstenlose Motoren mit einer Power von 24 Volt statten den Rettungskreuzer mit insgesamt zwei PS aus. "Wir haben es zwar noch nicht genau nachgemessen, aber an die 10 km/h auf dem Wasser gehen da schon", so Rüttel.
Mit dabei: DLRG und Kanuten
Von Samstag bis Sonntag zeigten Modellbauer aus ganz Deutschland im Freibad rund 250 Schiffsnachbauten. "Die Hälfte der Aussteller sind aus unserem Verein, die anderen sind aus ganz Deutschland und nutzen die letzte Chance auf eine Fahrt übers Wasser", so Peter Janutta. Die Mitglieder des Vereins waren froh, auch in diesem Jahr ihr Abschwimmen im Heljensbad veranstalten zu können. "Auch, weil unsere Saison dieses Jahr so kurz war." Die startete im Mai mit dem traditionellen Anschwimmen, war aber schon Ende Juni vorbei. "Weil der Stauteich voller Algen war. Unsere Boote konnten wir so nicht mehr fahren lassen." Die geplante Sanierung durch den Bergisch-Rheinischen-Wasserverband soll auch dem Modellbauverein zu Gute kommen. "Wenn der Stauteich fertig ist, bekommen wir ein Drittel der Wasserfläche zugeteilt. Dieser Bereich wird durch Bojen markiert sein." Neben den Modellbauern sorgte die DLRG Heiligenhaus für Abwechslung auf dem Wasser. "Wir sind seit Samstag mit rund 20 Mann abwechselnd hier im Einsatz. Bis jetzt mussten wir aber nur ein vollgelaufenes Modell-U-Boot retten", so Michael Böken. Die DLRG-Mitglieder zeigten, wie eine Rettungsübung mit Boot aussieht. Die Heiligenhauser Kanu-Sport-Gruppe übte vor den Zuschauern mit ihrer Jugend die "Eskimo-Rolle", die es ermöglicht, ein gekentertes Kanu ohne Aussteigen aufzurichten.
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