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Ratingen: Schonzeit fürs Pflaster

VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 03.01.2012

Ratingen (RP). Kaufleute kritisieren Dreck auf der Bechemer Straße: Sie vermissen die Kehrmaschine. Die Stadt reinigt vorerst nur per Hand, damit sich die Fugen verfestigen können.

Wird das neue Pflaster der Bechemer Straße nicht richtig gereinigt? Aus der Einkaufsstraße, deren Pflaster nach jahrelangen Tiefbauarbeiten neu verlegt worden ist, gibt es Beschwerden von Geschäftsleuten: Seit "Monaten" habe man die Kehrmaschine nicht mehr gesehen.

Verwiesen wird auf hartnäckigen Dreck im Randbereich und in den Ecken. Und natürlich auf zahlreiche Kaugummiflecken. In der Oberstraße beispielsweise fahre die Kehrmaschine regelmäßig durch, nur in der Bechemer STraße nicht. Was ist da los?

Dirk Winkelmann, zuständiger Projektleiter vom Tiefbauamt, kennt den Hintergrund. Das Natursteinpflaster benötige, wie jedes neue derartige Pflaster, etwa "zwei bis drei Jahre Ruhe". So lang dauere es, bis sich das Material in den Fugen "gesetzt", also verfestigt habe. Solange dürfe keine Kehrmaschine drüberfahren.

Das Kehren an sich sei nicht das Problem, denn seines Wissen nach verwende man in Ratingen keine Stahl-, sondern nur Kunststoffborsten. Doch die Maschine saugt eben auch das noch lose Fugenmaterial heraus. Selbstverständlich werde dort gereinigt, allerdings nur von Hand. Natursteinpflaster sei allerdings auch empfindlich gegenüber Verschmutzungen.

Einen ähnlichen Saugeffekt häten übrigens auch Autoreifen, besonders bei zu hohen Geschwindigkeiten: Das sehe man deutlich am Pflaster der Schützenstraße. Um die Pflasterung hatte es viel Wirbel gegeben. Erst konnte man sich nicht einigen, ob – wie von der Verwaltung empfohlen – robuste und angeblich Dreck abweisende Betonsteine oder aber teurere Natursteine verlegt werden sollen.

Mit Blick auf die historische Innenstadt fiel schließlich die Entscheidung zugunsten der Natursteine. Vor zwei Jahren, kurz nachdem das Pflaster komplett verlegt worden war, kamen üble Frostschäden zum Vorschein. Viele Steine waren zerbrochen oder an den Kanten abgeplatzt.

Ein Gutachter machte später den Untergrund dafür verantwortliche: Der war aus unerfindlichen Gründen teilweise zu fest gestampft worden, das Wasser floss nicht ab, das Eis sprengte sich den Weg frei. Wegen des enormen Zeitdrucks hatte der Baubetriebshof die Pflasterarbeiten übernommen.

Nach der Reparatur macht sich im Frühjahr 2011 der erste Dreck bemerkbar. Die Bürger Union (BU) verlangte eine Sonderreinigung. Wegen der enormen Kosten in Höhe von 7000 bis 8000 Euro für eine einzige Nassreinigung wurde der Vorschlag im Rat jedoch abgelehnt.

Quelle: RP


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