Heiligenhaus: Schule macht stark fürs Leben
VON JENNIFER BERNKOPF - zuletzt aktualisiert: 25.09.2007Düsseldorf (RPO). In der Gesamtsschule Heiligenhaus endete eine ungewöhnliche Projektwoche. Mädchen und Jungen lernten in getrennten Gruppen vieles über die Rollenfindung der Geschlechter.
Unterstützer
„Ohne die finanzielle Unterstützung der Gleichstellungsstelle Heiligenhaus wäre das Programm in dieser Form nicht möglich gewesen“, betont Sozialpädagoge Martin Rogge. Sein besonderer Dank gilt auch der Tanzschule Heigl, die diese Projektwoche schon seit mehreren Jahren sehr engagiert unterstützt.
In der Gesamtschule ging vor dem Ferienbeginn das Mädchen- und Jungenprojekt der Klassen acht zu Ende. Bei einer Präsentation in der Sporthalle zeigten die Schüler, was sie während der Woche gelernt hatten. „Die vier Klassen haben jeden Tag ein anders Thema behandelt“, erzählte Martin Rogge, Sozialpädagoge der Schule. „Neben den Themen Sexualität/Partnerschaft und Beruf/Lebensplanung sind wir mit den Klassen zur Kletterhalle nach Düsseldorf gefahren. Außerdem haben die Schüler in einer Einheit Selbstbehauptung gelernt.“
Schon seit mehreren Jahren hat das Projekt Tradition in der Schule. Ziel dabei ist es, die Rollenfindung der Jugendlichen zu stärken und die Auseinandersetzung mit der eigenen Zukunft zu fördern. Aber es geht auch darum, das Selbstvertrauen der Schüler zu festigen und eigene Grenzen zu verdeutlichen. „Es ist uns wichtig, dass die Schüler sich möglichst früh mit solchen Themen auseinandersetzen“, sagte Rogge, der seit einigen Jahren das Projekt betreut.
Lernen fürs Leben
Randa Khouloki, Lehrerin der Schule, hatte mit den Mädchen das Thema Lebenserfahrung behandelt. „Es ging darum, den Schülerinnen klar zu machen, dass Schule und ihr weiteres Leben stark zusammenhängen. Viele wissen genau, welche Lebenserhaltung und materielle Dinge sie in der Zukunft wollen, haben aber keine Vorstellungen wie teuer das sein kann“, erläuterte sie. Der Selbstbehauptungskurs sollte den Schülern zeigen, wie sie sich bei einem Angriff schützen können. „Wir haben gelernt, dass wir in Gefahrensituationen ruhig bleiben sollen und die entstehende Angst in Wut umwandeln können“, erklärte Michelle (13). „Insgesamt hat sich der Selbstbehauptungskursus gut entwickelt“, fand Sarah Trump, Praktikantin beim Jugendamt, „die meisten sind am Ende richtig aus sich heraus gegangen.“ Einer der Höhepunkte war für viele Schüler der Ausflug in die Kletterhalle, der erstmals in das Angebot integriert war. „Hier hat man seine Schwächen und Stärken kennen gelernt“, erzählte Steffen (13). Mit verschiedenen Übungen sollten die Schüler Vertrauen und Teamarbeit zeigen. „Vieles sieht einfacher aus, als es ist“, hatte Aliyüklet (13) gelernt. „Man muss lernen, seine Angst überwinden.“
Auch diesmal gab es einen Tanzkursus für die Schüler. „Es war eine große Herausforderung für mich. Für einige war es schwierig, über sich hinaus zu wachsen“, resümierte Jürgen Heigl von der gleichnamigen Heiligenhauser Tanzschule. „Viele, die am Anfang gar nicht tanzen wollten, hatten am Ende richtig Spaß, deshalb haben wir einen extra Tanzkursus für Interessierte eingerichtet.“
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