Ratingen: „Schulscharfes Kabarett“
VON PETRA WILLNAUER - zuletzt aktualisiert: 29.05.2007Düsseldorf (RPO). Mit einer Premiere eröffneten die Organisatoren die zehnte Auflage des Festivals am Grünen See: Das erste Schüler-Kabarett-Festival in NRW geriet zum Stelldichein des kreativen Nachwuchses.
Pfingsten in Ratingen heißt: Zelt Zeit am Grünen See. Musik, Kabarett und Sport, dazu Spielmöglichkeiten für Kinder erwarteten die Besucher. Zur mittlerweile zehnten Auflage des Festivals trafen sich lokale Künstler und Prominente am Grünen See, das trotz Aprilwetters im Mai nicht ins Wasser fiel. Das freute die beiden Initiatoren Bruno Schmitz und Heiner van Schwamen. Zumal beide in puncto Kabarett ein besonderes Anliegen hatten: „Zu dieser Zelt Zeit wollten wir dem kabarettistischen Nachwuchs eine große Plattform geben“, sagte van Schwamen. Gesagt, getan: Die offizielle Eröffnung war am Freitag gleichzeitig die Premiere des ersten Schüler-Kabarett-Festivals in NRW.
In Zukunft mehr
Zum ersten „Schulscharfen Kabarett“ hatten die beiden Initiatoren Jugendkabarettgruppen eingeladen, die sie selbst durch Auftritte kannten. „Da wir diese Veranstaltung aber fest etablieren wollen, wird in Zukunft auch anderen Gruppen der Weg zur Bühne frei stehen“, sagte Heiner van Schwamen.
„So weit uns bekannt ist, das erste seiner Art“, so van Schwamen. Kai Lorentz vom Kommödchen und Wilfried Schmickler hatten die Aktion zur kabarettistischen „Chef-Sache“ gemacht. Publikumsmagnet und Kabarett-Urgestein Wilfried Schmickler führte mit sichtlicher Begeisterung durch das jugendliche Programm. Fünf Schüler-Kabarettgruppen aus Wuppertal, Essen-Kettwig, Köln, Düsseldorf und Ratingen zeigten sich mit Wortwitz, polit-satirischen Elementen und Alltagsszenen auf der Bühne im großen Festzelt. Vor versammelten Eltern, Freunden und Besuchern machte der „Kabarettungsdienst“ vom Johannes-Rau-Gymnasium in Wuppertal den Anfang, zeigte einen Väterkurs und ließ Frau Sommer ihr Schullied singen. 25 Minuten Bühnenzeit hatten die Jugendlichen. Davon sollten fünf Minuten einer von Wilfried Schmickler gestellten Aufgabe gewidmet werden.
Wie sieht wohl das Familienleben der Zukunft aus? Die Gruppen des „Schulscharfen Kabaretts“ hatten hier ganz unterschiedliche Ansätze. Auch der Rest der Programme von den „Kettwichten“ aus Essen-Kettwig, den „Gallensteinen“ aus Köln, der Gruppe „Avocadomousse“ aus Düsseldorf und schließlich der gefeierten „Westhäkchen“ bot Abwechslung. Letztere hatten sich bei der gestellten Aufgabe auf die Ironie der virtuellen zweiten Welt verlassen. Kein schönes Leben ohne regelmäßigen Datentransfer. Die Kölner überzeugten vor allem durch ihre „Werbeblöcke“ und die Überspitzung des „Jugendjargons“. „Avocadomousse“ verließ sich auf den schwierigen Wortwitz und führte das Publikum durch pfeilschnelle Dialoge, die für Tränen in den Augenwinkeln sorgten.
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