Ratingen: Singendonck macht dicht
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 15.04.2010Düsseldorf (RPO). Der Name verschwindet, die lange Chronik nähert sich mit Riesenschritten dem Ende. Singendonck, seit 1839 als Geschäft in der Stadt ansässig, macht dicht.
Zunächst gab es am Marktplatz einen Laden für Haushaltswaren, dann folgte der Umzug auf die Bechemer Straße. "Das war in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts", erzählt Karl Heinz Schneider, der den traditionsreichen Spielwarenladen führt. Heute startet bereits der Ausverkauf, Ende Juni soll endgültig Schluss sein.
Das Geschäft gehört Schneiders Schwiegermutter Elisabeth Roszak, geborene Singendonck. Sie ist mittlerweile 88 Jahre alt. Hildegard Schneider, die Ehefrau des Chefs der St. Sebastiani-Schützenbruderschaft, konnte nach einer schweren Erkrankung im Jahr 1998 die Geschäfte nicht mehr weiterführen, Schneider sprang in die Bresche.
Der Kampf um die Kunden sei hart, sagt er und führt das Beispiel der Spielwaren-Dynastie Lütgenau in Düsseldorf an. Dort geht ebenfalls eine lange Tradition zu Ende. Kostendruck, verändertes Kaufverhalten, Produkt-Bestellungen im Internet – es gibt zahlreiche Gründe für den Niedergang alteingesessener Spielwarengeschäfte.
Schneider, der im August 67 Jahre alt wird, erzählt, dass eine Entscheidung her musste. Niemand will das Geschäft übernehmen. Die Tochter lebt in Italien, hat dort ein Betätigungsfeld gefunden, das sie ausfüllt. Sie hat mit Mode zu tun. "Letztlich hatten wir keine andere Wahl", betont Schneider.
Wie geht es weiter? Einen Leerstand wird es nicht geben. Bereits zum 1. September wird in dem Haus auf der beliebten Einkaufsstraße ein neues Geschäft eröffnen: Martin Gerhold, der früher im Kaufhaus Aufterbeck Esprit-Ware verkaufte und auf der Bechemer Straße bereits einen Textilladen für Damen und Herren betreibt, wird in den Räumen Mode für Herren anbieten.
Schneider war es wichtig, dass das Angebot zum Branchen-Mix in der Stadt passt. Kurzum: Ein weiterer Handy-Laden wäre an dieser Stelle aus seiner Sicht völlig fehl am Platz.
Schneider beschäftigt zurzeit Aushilfskräfte im Geschäft. Sie sind über die Ladenschließung bereits informiert worden. "Und einige Kunden wissen es ja auch schon", sagt Schneider. KOMMENTAR
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum