Ratingen: Skalnik bremst Steuwe aus
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 15.03.2008Düsseldorf (RPO). In Düsseldorf werden bei Sportplatzsanierungen überhaupt keine Lärmschutzgutachten eingeholt. Dies betonte der Düsseldorfer Sportamtsleiter Udo Skalnik. Genau das aber hatte Dezernent Rolf Steuwe behauptet.
DÜSSELDORF/Ratingen „In Düsseldorf werden bei der Sanierung von Sportplätzen immer Schallgutachten eingeholt.“ Das hat Rolf Steuwe in der gemeinsamen Sitzung des Sportausschusses mit dem Bezirksausschuss Hösel/Eggerscheidt behauptet. Dies wollte Udo Skalnik im RP-Gespräch so nicht stehen lassen. Ganz im Gegenteil. „Wir haben in Düsseldorf jetzt 41 Plätze saniert und kein einziges Gutachten eingeholt“, sagte der Düsseldorfer Sportamtsleiter, „denn es handelte sich um Ersatzmaßnahmen, das heißt, aus einem Ascheplatz wurde ein Kunstrasen.“
Genau das ist auch in Hösel der Fall, wo der alte Platz am Neuhaus mit einem Kunstrasen versehen werden soll. Die Verwaltung – Bürgermeister Harald Birkenkamp bestritt vehement, dass sie den Neubau einer Sportanlage am Kalkeskamp favorisiere – vertritt die Auffassung, dass bei einer Sanierung erhebliche Lärmschutzmaßnahmen vonnöten seien. Mehr noch: Man wollte eine 120 Meter lange und fünf Meter hohe Lärmschutzwand errichten. Das brachte die Anwohner auf die Barrikaden und war Gegenstand überregionaler, spöttischer Berichterstattung.
Auch Steuwes zweite Behauptung löste in der Nachbarstadt Kopfschütteln aus. Mit Blick auf die sanierte Anlage des DSC 99 an der Windscheidstraße meinte der Ratinger Dezernent: „Da wurden alle Anwohner gefragt, ob sie einverstanden sind. Aber wenn jetzt einer den Finger hebt, ist es mit dem Spielbetrieb vorbei.“ Auch das ist nicht richtig. „Eine Befragung der Anwohner hat es nicht gegeben“, sagte Skalnik. Er räume aber ein: „Wenn ein böser Nachbar klagt, dann könnte es möglicherweise ein Problem geben, das ist einfach so. Aber Verein und Anwohner sind an einem guten Miteinander interessiert.“ So wie in Hösel auch.
Michael Wirtz, Diplom-Ingenieur der Peutz Consult GmbH, zeigte auf, dass in Düsseldorf Lärmschutzmaßnahmen vorgenommen würden. Er nannte das Beispiel der Sportanlage Kikweg. Das ist tatsächlich der Fall. „Bei Neuanlagen wie am Kikweg oder in Tannenhof sind solche Maßnahmen erforderlich“, so Skalnik. Die Mehrheit der beiden Ausschüsse hat ein klares Votum abgegeben: Der Sportplatz Hösel solle ohne Lärmschutzmaßnahmen saniert werden; wohl aber sollten die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass später „nachgerüstet“ werden kann.
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