Homberg: Sorge um beliebten Treffpunkt
VON REGINA HARTLEB - zuletzt aktualisiert: 15.11.2006Düsseldorf (RPO). Homberg: Nach der Schließung des Jacobushauses fürchten die Bürger, dass bald auch im benachbarten evangelischen Gemeindezentrum die Lichter ausgehen. Pfarrer Füsgen: Schließung kein Thema im Presbyterium.
Infoabend
Günter Ziebell hat zum Thema eine Informationsveranstaltung für die Homberger Bürger organisiert.
Termin: Donnerstag, 16. November, 19 Uhr, Gaststätte Samothraki, Steinhauser Straße.
Der Sparzwang der Kirchen ist allgegenwärtig. Nun fürchten die Homberger um ihr evangelisches Gemeindezentrum an der Herrnhuter Straße. „Es soll zum Ende des Jahres geschlossen werden“, sagt Günter Ziebell, Sprecher der Homberger Siedlergemeinschaft. Aus welcher Quelle er dies weiß, verriet er gestern nicht. „Das erzählt man sich hier so.“
Aber es ist etwas dran am Thema: In einem Gespräch mit Bürgermeister Harald Birkenkamp am 9. November habe dieser bestätigt, dass eine beabsichtigte Schließung des evangelischen Gemeindezentrums bekannt sei, so Ziebell. Bereits im September hatte der Homberger schriftlich das Problem an Birkenkamp herangetragen. Damals lautete die Antwort noch: „Die von Ihnen erwähnte Aufgabe der kirchlichen Einrichtung ist dem Fachamt nicht bekannt. Im Zuge der geplanten Veräußerung des benachbarten Grundstückes, Herrnhuter Straße 8, wird zurzeit eine alternative Bebauung geprüft.“ Unterzeichner des Schreibens war der städtische Baudirektor Michael Hoelzle. Mit dem „benachbarten Grundstück“ ist das Gelände der katholischen Gemeinde gemeint.
Ziebell hat die Entwicklung des Gemeindezentrums von Beginn an verfolgt: „1972 hat Homberg das Grundstück von Homberger Bauern gekauft. Für 32 D-Mark pro Quadratmeter. Ein Jahr später wurde es dann zu gleichen Teilen den beiden Gemeinden zur Verfügung gestellt. Jede von ihnen erhielt etwa 2800 Quadratmeter.“ Die katholische Gemeinde errichtete darauf ihr Jacobushaus, die Evangelischen ihr Gemeindezentrum. Das Jacobushaus hat bereits vor einem halben Jahr seine Pforten schließen müssen. Es fehlte das Geld für den jährlichen Unterhalt.
Dass nun auch das evangelische Zentrum dicht machen soll, ist für Ziebell eine Katastrophe: „Das Gemeindezentrum ist ein ganz wichtiger Treffpunkt für die Menschen hier. Wenn das auch noch schließt, dann gibt es hier bald gar nichts mehr, dann wird Homberg eine reine Schlafstätte“, fürchtet er.
Und noch ein anderer Aspekt beschäftigt Ziebell: „Gekauft hat Homberg das Grundstück damals von Homberger Bauern, Nun geht es aber zurück in städtischen Besitz.“ Grund dafür ist die kommunale Neugliederung in den 70-er Jahren. Seitdem gehört Homberg zu Ratingen. „Aber bezahlt haben das Grundstück die Homberger Bürger“, sagt Ziebell.
Superintendent Frank Weber bestätigte eine baldige Schließung gestern nicht: „Es stimmt, dass das Gemeindezentrum zur Diskussion steht. Aber von einer geplanten Schließung ist mir nichts bekannt“, sagte er auf RP-Anfrage. Kurzfristig sei dies ohnehin nicht möglich. „So etwas müsste erst die Kirchenaufsicht prüfen.“
Pfarrer Michael Füsgen gab sich wortkarg: „Es ist klar, dass alle Gemeinden in diesen Zeiten sparen müssen und verschiedene Optionen prüfen“, sagte er. Eine Schließung des Gemeindezentrums sei in der letzten Sitzung des Presbyteriums nicht Thema gewesen.
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