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Ratingen: Sparzwang diktiert Umbruch

VON STEFAN MÜLDERS - zuletzt aktualisiert: 18.08.2006

Düsseldorf (RPO). In Hösel trat der Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann zu einer Sondersynode zusammen. Im Blickpunkt stand ein ganzes Bündel an Vorschlägen dazu, wie die evangelische Kirche im Rheinland künftig sparen will.

HÖSEL Es ist kein einfacher Prozess, den die Gremien der evangelischen Kirche im Rheinland zurzeit durchmachen. Seit Anfang des Jahres liegen die Vorschläge der Landeskirche auf dem Tisch, die den Weg aus finanziellen Notständen bedeuten sollen. Diese mussten in den einzelnen Gemeinden diskutiert und dann in die Kreissynoden eingebracht werden. Der Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann ist einer der letzten, der jetzt in Hösel zur Sondersynode zusammen kam und seine Vorschläge für die Landesebene diskutierte.

Der demokratische Aufbau ist eines der entscheidenden Details, der die evangelische von der katholischen Kirche unterscheidet. Aber er macht derartige Entscheidungsprozesse eben auch so schwierig. Die einzelnen Presbyterien haben sehr große Befugnisse und Entscheidungsgewalt. Und auch darum geht es in den Entwürfen der Landeskirche. Zum Beispiel sollen die einzelnen Gemeinden nicht mehr über alles ganz alleine entscheiden dürfen: Über die Einstellung von Kirchenmusikern oder Pfarrern beispielsweise.

„Wir sind hier in Mettmann noch in einer sehr guten Situation“, sagt Superintendent Frank Weber. „Andere Gemeinden haben schon das Problem, dass sie sich Kirchenmusiker nicht mehr leisten können oder Kirchen ganz geschlossen werden müssen. Bei uns kommt diese Entwicklung mit Verzögerung an, aber sie wird schon bald einsetzen.“ Daher wäre der Kirchenkreis noch in der glücklichen Lage, agieren zu können und nicht reagieren zu müssen.

Ein weiteres, scharf diskutiertes, Feld ist der Umgang mit theologischem Nachwuchs. In Zukunft sollen pro Jahr im Rheinland nur noch fünf Pfarrerstellen neu besetzt werden. „Das entspricht fünf Prozent der Bewerber“, weiß Vikar Hubertus Kuhns. Schon jetzt stellt sich die Situation dramatisch dar. Im letzten Jahr wurden im gesamten Rheinland mit 800 Gemeinden nur 20 Stellen ausgeschrieben. Schärfere Zugangsbeschränkungen sollen zukünftig regeln, dass es für die geringe Zahl neuer Arbeitsplätze auch weniger Bewerber gibt. Dagegen wehrt sich der Nachwuchs und fordert außerdem, schon in der Vorstufe zum Pfarrer in ein Angestelltenverhältnis zu kommen und so zumindest Ansprüche auf Arbeitslosengeld zu haben. Zudem erwarten sie, dass endlich die Ausbildung zertifiziert wird und sie sich so auch in anderen Branchen qualifiziert bewerben können.

In Arbeitsgruppen wurden die Vorschläge der Presbyterien diskutiert und zu einer Stellungnahme der Kreissynode zusammengefasst. Diese werden nun an die evangelische Kirche im Rheinland weiter gegeben.

Quelle: RP

 
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