Hösel: Stadt schlägt Alarm
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 13.10.2009Düsseldorf (RPO). Eine Totalsperrung der B 227 wegen der neuen Brücke am Bahnhof Hösel kommt für die Verwaltungsspitze überhaupt nicht in Frage. Rettungswagen müssten lange Umwege in Kauf nehmen – dies sei nicht zu verantworten.
Noch ist nichts entschieden oder gar gebaut. Doch die bisher unter Verschluss gehaltenen Pläne von Straßen.NRW, womöglich den Bereich Bahnhofstraße/Am Sondert für drei Monate komplett zu sperren, haben bei Anwohnern, Händlern und Politikern für helle Empörung gesorgt. Gestern legte die Verwaltungsspitze nach. Klaus Konrad Pesch, der den im Urlaub weilenden Bürgermeister Harald Birkenkamp vertritt, schlug Alarm. Der Erste Beigeordnete, der auch Feuerwehr-Dezernent ist, betonte, dass eine Sperrung der B 227 zu unhaltbaren Zuständen im Rettungswesen führen würde. Seniorenheime wie zum Beispiel die Einrichtung der Stiftung Geschwister Gerhard müssten dann über den Umweg Eggerscheidt angefahren werden, monierte Pesch, dies gehe gar nicht. Es drohe bei Einsatzfahrten ein erheblicher Zeitverlust.
Gespräch mit Straßen.NRW
Der Dezernent hat bereits mit Feuerwehr-Chef René Schubert über dieses Problem diskutiert. Die Verwaltungsspitze will nun schnellstmöglich das Gespräch mit Straßen.NRW suchen und den Ernst der Lage im Fall einer Vollsperrung erläutern. Pesch: "Wir brauchen da auch keinen juristischen Hebel. Es geht um Rettungseinsätze, die nicht behindert werden dürfen."
Dr. Ulf-Roman Netzel zeigte sich angesichts der drohenden Totalsperrung "mehr als konsterniert". Es habe im Vorfeld kein einziges Gespräch zu den Plänen des Landesbetriebs gegeben, meinte der Technische Beigeordnete. Das "Verkürzen der Bauzeit" würde erhebliche Folgen für Hösel haben, für Einzelhändler, für Anwohner, aber auch für den Verkehr um den Stadtteil herum. Straßen.NRW hatte angekündigt, dass man zunächst mit der Stadt reden werde – und zwar dann, wenn das Konzept inklusive Verkehrsabwicklung rund um das Bauprojekt abgeschlossen sei.
Mit Hilfe einer Totalsperrung könnte die Bauzeit statt der 26 Monate nur noch 18 Monate betragen. Die dafür notwendigen Umleitungen werde man mit der Stadt im Detail absprechen, hieß es beim Landesbetrieb in Essen. Ursprünglich wollte man den Verkehr an der Baustelle vorbeiführen und dann den betroffenen Bereich für rund zwei Wochen dicht machen. Damit hätten die Händler in Hösel noch gut leben können. Doch die Geschäftsleute sind jetzt frustriert. Heinz Bieger vom Café Hösel hatte bereits im RP-Gespräch angekündigt, dass eine Vollsperrung der Bahnhofstraße das Aus für sein Geschäft bedeuten würde.
Wann die Bauarbeiten starten, entscheidet sich wohl in den nächsten Wochen. Der Landesbetrieb geht nach derzeitiger Einschätzung von einem Start im kommenden Frühjahr aus. Zurzeit arbeite man noch an den Endausschreibungen, hieß es in Essen.
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