Ratingen: Starker Standort
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 14.02.2012Ratingen (RP). Rund 27 500 Beschäftigte pendeln zu ihren Arbeitsplätzen in Ratingen – dies täglich. Ein Wert, der laut IHK im Kreis Mettmann nicht zu übertreffen ist. Bei der Qualifikation der Mitarbeiter sind hiesige Firmen vorn dabei.
Starke Wirtschaft, starker Standort – für die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Düsseldorf gehört Ratingen eindeutig zu den Vorzeigestädten. Eine neue Studie zu den Wirtschaftsstrukturen belegt, wie wichtig die Stadt für die Region geworden ist und wie sie selbst davon profitiert. Die RP hat die wichtigsten Fakten zusammengestellt.
Pendler
Im Jahr 2010 pendelten laut IHK knapp 27 500 Beschäftigte zu ihren Arbeitsplätzen nach Ratingen, während den umgekehrten Weg nur rund 20 300 Bürger nahmen, also ihre Arbeitsorte außerhalb der Stadt hatten. Eine Ursache für die Entwicklung: An den Standort verlagerte Firmen haben große Teile ihrer Belegschaft mitgebracht. Die Beschäftigten in den neuen Ratinger Betrieben bleiben in der Regel weiterhin an ihren angestammten Wohnorten. Die Kommune sei damit die Stadt mit dem größten Einpendlerüberschuss im Kreis Mettmann. Mit 408 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (je tausend Einwohner) wird die Stadt nur von Langenfeld übertroffen.
Qualifikation
Die Mitarbeiter in den Firmen und Verwaltungen der Stadt sind vergleichsweise hoch qualifiziert. 15 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluss. Im Vergleich dazu fallen die Anteile in den übrigen Städten des Kreises und im Land mit unter zehn Prozent deutlich geringer aus.
Kaufkraft
Die Ratinger Bürger verfügen insgesamt über eine hohe Kaufkraft. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg standen den Einwohnern im vergangenen Jahr insgesamt 584 Millionen Euro zur Verfügung. Je Bürger sind dies 6390 Euro. Der Vergleichswert für die übrigen Städte des Kreises Mettmann lag deutlich niedriger – und zwar bei 5885 Euro. Die Einzelhändler können mit einheimischen und auswärtigen Kunden einen Umsatz von knapp 500 Millionen Euro pro Jahr erzielen. Ein anhaltender Trend laut IHK: Kunden besuchen beispielsweise am Wochenende die benachbarten Großstädte für einen Einkaufsbummel. Botschaft: In diesem Bereich haben Städte wie Ratingen durchaus noch Potenzial.
Tourismus
Der Übernachtungsmarkt in Ratingen hat sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt. Die Zahl der Gästeankünfte lag im Jahr 2001 bei rund 170 000 (in Betrieben mit neun und mehr Betten), im Jahr 2010 waren es 218 000 Ankünfte (plus 28 Prozent). Der Trend im Kreis Mettmann ging genau in die andere Richtung (minus acht Prozent). Die Gäste sorgten bei Ratinger Hoteliers im Jahr 2010 für 392 000 Übernachtungen, 30 000 oder neun Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Ratingen profitiere stark von der Nähe zum Messestandort Düsseldorf. Ein Grund: Viele Gäste weichen nach Ratingen aus, weil die Fahrt zum Messegelände kürzer ist als vom Süden Düsseldorfs aus.
Konjunktur
Ein gutes Zeichen für Arbeitnehmer im gesamten Kreis Mettmann; Generell haben die Betriebe ihre Beschäftigungsplanungen für das neue Jahr nicht geändert. Sie planen mit steigenden Beschäftigtenzahlen. Erfreulich sei, so IHK-Konjunkturexperte Gerd Helmut Diestler, dass eine Verlagerung von Produktionen ins Ausland zwar bei einigen Unternehmen Thema sei, dies aber nur nachrangig behandelt werde.
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