Lintorf: Suchthilfen arbeiten enger zusammen
VON DIRK GRUPE - zuletzt aktualisiert: 30.08.2006Düsseldorf (RPO). Das Suchthilfezentrum Nikolausburg in Duisburg und das Fliedner-Krankenhaus in Lintorf arbeiten künftig noch enger als bisher zusammen. Der Vertrag zwischen der stationären Einrichtung (Ratingen) und der ambulanten Suchthilfe (Duisburg) soll „flexiblere und individualisierte Therapiegestalung ermöglichen“. Was „flexibler“ und „individualisiert“ meint, erklärt die Ratinger Chefärztin Josefine Lorenzen: „Jeder Suchtkranke soll den Verlauf seiner Therapie selber bestimmen.“
Als Beispiel nennt sie den Fall eines 45-jährigen Alkoholikers, der bis gestern morgen in der Lintorfer Klinik behandelt wurde. Nach seinem Entzug bewarb sich der Arbeitslose von der Klinik aus für einen Job – und hatte Erfolg. Um die Stelle in einer familiär geführten Tankstelle anzutreten, muss er jedoch von heute auf morgen in die Ambulanz wechseln. „Früher war dieser Schritt mühsam, weil die Kostenträger einen schnellen Wechsel erschwerten.“ Durch den Kooperationsvertrag gibt es keine bürokratischen Hemmnisse mehr. „Die Suchttherapie kann sich nun ganz nach den Bedürfnissen des Kranken richten“, sagt Lorenzen.
Die Zusammenarbeit ermöglicht eine schnelle Krisenreaktion. „Dass Suchtkranke rückfällig werden, geschieht immer wieder“, sagt Franz-Josef Werner vom „Nikolausburg“. Entzug und Abstinenz verändern die Betroffenen, sie „wandeln sich zu anderen Menschen“. Kommt es dann zu Rückfällen, kann der Süchtig künftig problemlos in die Klinik-Obhut zurückkehren. Die Betroffen, so Chefärztin Lorenzen, würden wegen in wirtschaftlich Notzeiten immer jünger. Alkoholismus mit Anfang 20 ist keine Ausnahme mehr.
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