Ratingen: Tibet-Reise geplatzt
VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 18.03.2008Düsseldorf (RPO). Die Studientour einer Ratinger VHS-Gruppe sollte auch nach Lhasa gehen. Am vergangenen Sonntag sind die Dumeklemmer in China angekommen. Dort hieß es: stopp! Das Programm musste geändert werden.
Aufs „Dach der Welt“ sollte es gehen – doch es kam ganz anders: Am Samstag ist eine Reisegruppe der VHS nach China geflogen, für diesen Freitag war der Flug nach Lhasa, Hauptstadt von Tibet, geplant. Doch daraus wird nichts: Wegen der blutigen Unruhen wurde der Reiseplan umgeworfen. Die Gruppe, darunter 14 Teilnehmer, die über die VHS Ratingen gebucht hatten, werde in China bleiben, sagte gestern VHS-Fachbereichsleiter Wolfgang Büttner.
Heide Pannes schickte SMS
Nach den Nachrichten über die dramatischen Ereignisse in Tibet, informierte sich Büttner gleich am Morgen beim Reisebüro, das die Organisation übernommen hat. Dort war bereits eine SMS von VHS-Fachbereichsleiterin und Begleiterin Heide Pannes eingetroffen. Inhalt: Wir sind wohlbehalten in Shanghai gelandet.
Auswärtiges Amt
Die Studienreise der VHS Ratingen dauert vom 15. bis zum 28. März.
Veranstalter ist KL Reisen in Liederbach.
Info unter Tel. 06196-907570, Internet: www.kl-reisen.com.
Offizielle Reisewarnungen gibt das Auswärtige Amt (AA) heraus.
Info beim Bürgerservice des AA unter Tel. 03018 - 172000, Internet: www.auswaertiges-amt.de.
Soweit verlief die Reise bislang planmäßig. Denn die 14-tägige Fahrt sollte zunächst durch Chinas Süden gehen. Für Tibet waren nur wenige Tage geplant. Doch dort ist es zu gefährlich geworden: Wie von KL Reisen in Liederbach verlautet, sei das Programm kurzfristig geändert worden. Der Tibet-Abstecher wurde gestrichen, stattdessen bleibe die Gruppe in China.
Trotz der sich anbahnenden Probleme im Zielgebiet habe sich Pannes Ende vergangener Woche entschieden, die Reise anzutreten, sagte Büttner. Ohnehin ging es planmäßig mit China Eastern via Frankfurt nach Shanghai, wo die Gruppe am Sonntag eintraf. Gestern sollte es per Flieger nach Kunming, in die „Stadt des ewigen Frühlings“, gehen. Bei Klaus Ludwig, Chef von KL Reisen, stand gestern Morgen das Telefon nicht still. Am Nachmittag startete er selbst nach China. Die meisten besorgten Angehörigen werden wohl im Reisebüro angerufen haben, vermutete Wolfgang Büttner. Denn die Fahrt sei nicht von der VHS Ratingen organisiert worden. Solche Reisen seien „nicht selbst gebastelt“, betonte er. Da verlasse man sich lieber ganz auf die professionellen Partner.
Büttner: „Bei Studienreisen in Länder, in denen man nicht so genau weiß, was auf einen zukommt, ist es gut, einen professionellen Partner im Hintergrund zu haben.“ Alles andere wäre „zu riskant“, manchmal sei eben eine schnelle Reaktion gefragt. Das könnten nur erfahrene Reiseunternehmen leisten. Er selbst arbeite erst seit zwei Jahren bei der VHS und kann sich nicht an Reisen erinnern, bei denen es mal Probleme gegeben hat.
Vom Auswärtigen Amt wurde eine Warnung vor Reisen nach Tibet herausgegeben: „In Lhasa ist es nach Angaben der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur nach Protesten zu schweren Ausschreitungen gekommen. Von Reisen in das Autonome Gebiet Tibet wird deshalb bis auf weiteres abgeraten. Reisende vor Ort sollten besondere Vorsicht walten lassen und den Anweisungen der Sicherheitsbehörden Folge leisten.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum