kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Ratingen: Trauer bei den Freunden

VON CORDULA HUPFER UND NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 13.04.2010

Düsseldorf (RPO). Nach dem verheerenden Unglück der Präsidentenmaschine in der Nähe der westrussischen Stadt Smolensk herrscht bei Ratinger Bürgern, die mit Polen in enger Verbindung stehen, Fassungslosigkeit vor.

Die Nachricht kam am vergangenen Samstag per SMS – eingetippt und verschickt von der Schwester. Sebastian Wladarz weilte zu dieser Zeit bei der offiziellen Wahlkampferöffnung der CDU in Oberhausen. Der 34-Jährige ist im oberschlesischen Gleiwitz (Gliwice) geboren. Wladarz kam im Alter von elf Jahren zusammen mit seinen Eltern aus Polen nach Deutschland. Der Schock sitzt tief. Wladarz' Gedanken sind bei den Polen.

Wladarz, der sich als deutscher Staatsbürger fühlt, nennt das Ganze eine "menschliche Tragödie". Polen habe mit dem verheerenden Absturz der Maschine viele führende Köpfe verloren. Der Verlust sei riesig für ein Land, das sehr stolz und selbstbewusst sei, aber auch das fortwährende Gefühl habe, mit einer schweren historischen Vergangenheit leben zu müssen.

"In einem Ausnahmezustand"

Und nun dies. Wladarz überlegt noch, ob er heute vielleicht ins Flugzeug steigen wird, um Freunde zu besuchen. Die Kontakte zu seiner Heimat sind nie abgerissen. Im Gegenteil: Der selbstständige Finanzberater versucht, die Beziehung zwischen Polen und Deutschland auf unterschiedlichen Ebenen zu vertiefen – zum Beispiel als Mitglied des Deutsch-Polnischen Forums, in dem auf hochrangiger Ebene Probleme erörtert werden.

Als die Schwester, die selbst in Deutschland lebt, die SMS schickte, habe er es zunächst kaum fassen können, sagt er. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers habe angemessen reagiert und sei in Oberhausen auf die besonderen deutsch-polnischen Beziehungen eingegangen.

Auch im Oberschlesischen Landesmuseum in Hösel herrscht zurzeit der Flugzeugabsturz als aktuelles Thema klar vor. Ganz oben auf der Internetseite des Museums ist zu lesen: "Mit großer Bestürzung haben wir die Nachricht von der schrecklichen Flugzeugkatastrophe von Smolensk vernommen", und weiter: "Allen Angehörigen sowie der gesamten polnischen Bevölkerung gilt unser tiefes Mitgefühl."

Gregor Ploch, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums mit dem Forschungsschwerpunkt polnisch-tschechische Grenzgebiete, hat fast das gesamte Wochenende vor dem Fernseher verbracht. "Das Land ist momentan in einem Ausnahmezustand, eine solche Tragödie ist noch nie dagewesen", sagt Ploch, der im oberschlesischen Rybnik zur Welt kam, katholische Theologie in Münster, Salzburg und Wien studierte und 2008 im Fach Kirchengeschichte promovierte.

Ploch hat noch einige Kontakte in die Heimat und weiß auch aus persönlichen Telefonaten: "Überall im Land legen die Leute Blumen nieder und zünden Kerzen an. Wenn so eine Tragödie passiert, spielt es gar keine Rolle, ob man den Präsidenten nun politisch unterstützt hat oder nicht." D

ie Menschen sorgten sich aber auch um die Zukunft des Landes: "Die Wahlen stehen vor der Tür. Wird es wieder einen starken Präsidenten geben? Oder wird er, wie es in Deutschland der Fall ist, künftig eher repräsentative Aufgaben haben?" Die Katastrophe von Smolensk werde das öffentliche Leben in Polen noch lange bestimmen, urteilt er.

Friedrich-Wilhelm von der Groeben, Ehrenbürger der polnischen Kreisstadt Bartenstein (Bartoszyce), hat am vergangenen Samstag über einen polnischen Bekannten vom Unglück erfahren.

"Die Polen, zu denen ich in Ratingen Kontakt habe, sind tief betroffen", so von der Groeben, der in Hösel wohnt und humanitäre Projekte in der polnischen Kreisstadt unterstützt.

Von der Groeben ist im früheren ostpreußischen Kreis Bartenstein geboren, den er 1944 als Flüchtling verlassen musste. Am Tag des Unglücks habe er dem Bürgermeister ein Schreiben geschickt, erzählte er.

Quelle: RP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online

Brutaler Angriff am Hauptbahnhof

Zwei Frauen krankenhausreif geschlagen

Drei Jugendliche haben zwei Frauen in der Bahnhofshalle des Mönchengladbacher Hauptbahnhofs brutal zusammengeschlagen. mehr 

Feuerwerk: Junggesellen lassen es krachen

Unges Pengste 2012

Feuerwerk: Junggesellen lassen es krachen

Ein Feuerzauber verzückte am Samstagabend einige tausend Besucher bei Unges Pengste. Der Himmel über Korschenbroich verwandelte sich für gut ... mehr 

Nachrichten aus Düsseldorf
Aus der Region

Straßenmusiker in Düsseldorf

Streit mit Mann an Klavier

Ex-Trainer von Hertha BSC Berlin

Rehhagel bereut Auftritt vor DFB-Gericht

Düsseldorfer Jazz Rally

Viele Highlights beim Jubiläum

Brutaler Angriff am Hauptbahnhof

Zwei Frauen krankenhausreif geschlagen

Straßenmusiker in Düsseldorf

Streit mit Mann an Klavier

Ex-Trainer von Hertha BSC Berlin

Rehhagel bereut Auftritt vor DFB-Gericht

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Gefangen im Monster-Stau von Peking

In Chinas Hauptstadt gibt es nicht nur viele Menschen, sondern auch ziemlich viele Autos. Kein Wunder also, dass es dort immer wieder zu ... mehr 

aus der Nachbarschaft
Meistgelesen

Brutaler Angriff am Hauptbahnhof

Jugendliche prügeln Frauen krankenhausreif

Drei Jugendliche haben zwei Frauen im Alter von 35 und 39 Jahren in der Bahnhofshalle des Mönchengladbacher Hauptbahnhofs zusammengeschlagen. Die Tatverdächtigen gingen offenbar mit äußerster Härte und Brutalität gegen ihre Opfer vor. mehr

 

Protokoll des Eurovision Song Contests

Das war der Schmu aus Baku

 

Politische Punktevergabe beim Eurovision Song Contest

Anke Engelke: "Europa beobachtet Dich"

 

Bundesgericht entscheidet gegen Hertha BSC

"Der DFB tritt das Recht mit Füßen!"

 

Ex-Trainer von Hertha BSC Berlin

Rehhagel bereut Auftritt vor DFB-Gericht

Meistkommentiert

EM-Test in Basel

3:5 – historische Niederlage für DFB-Elf

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat den EM-Test in Basel bei der Schweiz deutlich verpatzt. Vor allem die Abwehr zeigte Schwächen. Das Team von Joachim Löw unterlag mit 3:5. mehr

 

Stürmer von Fortuna Düsseldorf

Bröker vor Wechsel zum 1. FC Köln

 

Neues Buch über den US-Präsidenten

Obama war Mitglied einer Kiffer-Bande

 

DFB-Bundesgericht urteilt pro Fortuna

Hertha entscheidet Dienstag über Einspruch

 

Möglicher SPD-Kandidat geht in die Offensive

Steinbrück: "Es wird einsam um Merkel"

Mehr Nachrichten aus Ratingen

Ratingen

Pfingsten: Sturm auf die Bäder

Bei diesem Super-Wetter wird es in den Freibädern richtig voll. Im Lintorfer Allwetterbad geht man von 1000 Besuchern pro Tag aus, im Angerbad werden sogar 2000 Gäste erwartet. Auch Pfingstmontag ist geöffnet. VON NORBERT KLEEBERG  mehr

 

Heiligenhaus

Kriegsdrama um Liebe und Tod

IKG-Schultheater mit dem zeitgenössischen Stück "Verbrennungen": Stürmisch umjubelten Mitschüler ihren Literaturkurs – und die Erwachsenen suchten nach Superlativen, um das Gesehene zu beschreiben. VON Ruth Ortlinghaus  mehr

 
 
 
 
 
Familienanzeigen