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Ratingen: Traumberuf: Orchestermusikerin

zuletzt aktualisiert: 15.11.2010

Düsseldorf (RPO). Die drei Preisträger des Ferdinand-Trimborn-Förderpreises 2010 spielen am Freitag, 19. November, 20 Uhr, im Ferdinand-Trimborn-Saal. Ein Gespräch mit der Erstplatzierten, der 19-jährigen Stephanie Appelhans aus Arnsberg.

Stephanie Appelhans und ihre Violine. Foto: RPO

Der Konzertabend wird von der Drittplatzierten Camilla Busemann mit Stücken von Sergej Prokofjew und Henri Wieniawski eröffnet. Die 18-Jährige aus Starnberg ist mehrfache Preisträgerin des Wettbewerbs "Jugend musiziert" auf Landes- und Bundesebene mit den Instrumenten Violine und Harfe. Es folgt mit Hyun Jin Kim der Zweitplatzierte der Endausscheidung vom 18. September. Er spielt Stücke von Johann Sebastian Bach sowie von Niccolò Paganini. Der 16-Jährige wohnt in Bielefeld und war ebenfalls bereits beim Wettbewerb "Jugend musiziert" erfolgreich, als er 2007 den Förderpreis der Nordrhein-Westfälischen Sparkassen gewann.

Zum krönenden Abschluss des Abends tritt die diesjährige Siegerin auf. Die 19-jährige Stephanie Appelhans aus Arnsberg präsentiert Stücke von Ludwig van Beethoven und Sergej Prokofjew. Ihr herausragendes Können ist unumstritten. Bereits im Alter von fünf Jahren erhielt sie professionellen Musikunterricht und lernte mit zehn Jahren parallel zur Violine auch das Klavierspielen.

Von 2006 bis 2010 absolvierte sie ein Jungstudium an der Folkwang-Universität in Essen bei Professor Vesselin Paraschkevov. Darüber hinaus spielte Appelhans bereits in namhaften Orchestern wie der Deutschen Streicherphilharmonie, dem Rundfunkorchester des Hessischen Rundfunks sowie in der Westfälischen Kammerphilharmonie Gütersloh. Zu ihren bisherigen Wettbewerbserfolgen zählen der 1. Bundespreis "Jugend musiziert" in der Kategorie Violine solo im Jahr 2007. Bereits 2008 nahm sie am Ferdinand-Trimborn-Förderpreis NRW teil und erreichte den zweiten Platz. Mit der RP sprach sie über ihre berufliche Zukunft.

Sie stammen aus dem sauerländischen Arnsberg. Wie darf man sich die allerersten Anfänge ihrer musikalischen Ausbildung in der dem Ruhrgebiet vorgelagerten Region vorstellen?

Appelhans Zunächst bekam ich privaten Unterricht, wechselte jedoch nach eineinhalb Jahren zur Musikschule Hochsauerland und hatte ausgesprochenes Glück dort Schülerin von Klaus Esser gewesen zu sein. Er gab mir wichtige Impulse. So bekam ich zum Beispiel über ihn mit 10 Jahren die Möglichkeit meines Debüts mit Orchester; zudem begleitete er mich bei vielen Wettbewerbsrunden von "Jugend musiziert" und ist auch jetzt noch immer für mich da.

Wie sieht ihr Musiker-Alltag aktuell aus?

Appelhans Nach meinem Jungstudium an der Folkwang Universität der Künste in Essen konzentriere ich mich jetzt voll auf mein Musikstudium an der Musikhochschule "Hanns Eisler" in Berlin. Dort bin ich in der Klasse von Professor Michael Mücke und widme mich neben dem Geigenspiel den Vorlesungen, Konzerten in ganz Deutschland sowie dem Sport – ein guter Ausgleich und Prophylaxe zugleich.

Zum Wettbewerb: Wie viele Mitstreiter hatten Sie zur Konkurrenz?

Appelhans Es gab noch fünf weitere Mitstreiter, die zur Endrunde zugelassen wurden. Nur liegt es in der Natur eines Wettbewerbs, dass man die Konkurrenz meist gar nicht zu Gesicht bekommt – eigentlich sehr schade.

Wie wurde der Wettbewerb ausgetragen?

Appelhans Zugelassen zur Endrunde wurde, wer sich bei der Bewerbungsrunde mit CD durchsetzen konnte. Dann fand ein 25-minütiger Vortrag im Ferdinand-Trimborn-Saal statt, in dem eines der drei Pflichtstücke (Beethoven-Sonate D-Dur, Scherzo tarantella von Wieniawski oder E-Dur Partita von J.S.Bach) enthalten sein musste. Ich spielte zusätzlich zur Beethoven-Sonate noch den ersten Satz aus der 4. Solo-Sonate von E. Ysaye – ein sehr energiegeladenes Werk.

Wirkt sich der 1. Preis auch auf ihren musikalischen Werdegang aus?

Appelhans Natürlich wird der Preis Spuren hinterlassen: Einerseits ist das Preisträgerkonzert eine tolle Auftrittsmöglichkeit, doch auch das Preisgeld wird mein nächstes Instrument mitfinanzieren und Wettbewerbsgewinne öffnen immer andere Tore für Engagements und sind wichtige Stationen im Lebenslauf eines Künstlers.

Was werden Sie beim Preisträgerkonzert spielen?

Appelhans Ich werde zunächst das Pflichtstück, die Sonate D-Dur von Beethoven, spielen, worauf noch die ersten zwei Sätze aus der 2. Sonate von Prokofiev folgen. Für mich ist es eine ganz besondere Freude, mit dem Pianisten Michael Kravtchin, Dozent an der Kasseler Musikakademie, zusammenzuspielen – als eingespieltes Duo ist es sehr angenehm und es ergeben sich viele interessante Dinge auf der Bühne.

Wo möchten Sie sich eines Tages beruflich sehen?

Appelhans Ich strebe an, nach meinem Studium im Orchester zu spielen, in welcher Position und in welcher Art von Orchester, wird sich noch zeigen. Zunächst werde ich die mehrjährige Studienzeit genießen und nutzen. In Berlin stehen einem ja schließlich alle Möglichkeiten offen.

David Bund stellte die Fragen.

Quelle: RP

 
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