Ratingen: Unsere Wünsche für 2010
VON C. HUPFER, N. KLEEBERG, P. KÖHNES UND J. PREUSS - zuletzt aktualisiert: 31.12.2009Düsseldorf (RPO). Ratingen ist eine attraktive Stadt mit hohem Freizeitwert. Doch in vielen Bereichen kann man noch einiges verbessern. Zum Jahresausklang hat die RP-Redaktion Vorschläge und Wünsche notiert.
Dies vorweg: Die Liste der Wünsche ist lang – und unvollständig. Von großen Projekten bis zu kleinen Details – im Jahr 2010 müssen Rat und Verwaltung viele Dinge anpacken. Also: loslegen!
Der Bahn Dampf machen
Wenn Ratingen für sich wirbt, werden an erster Stelle die tollen Verkehrsanbindungen angeführt: Flughafen, Autobahnen, S-Bahn und Rheinbahn. Leider hat sich die Stadt von der Bahn immer mehr abhängen lassen: Die Ausdünnung des Fahrplans der S 6 dürfte nicht die letzte Kahlschlagsaktion gewesen sein. Die erst für 2012 versprochenen neuen Züge, unbequem, aber immerhin leise und weniger störanfällig, müssen früher her: Das beinahe tägliche Chaos ist den Bürgern nicht länger zuzumuten. Vielleicht lässt sich im Zusammenhang mit der Ruhr 2010 etwas "drehen" – mit Schützenhilfe aus der Kulturhaupstadt Essen. Denn die Ruhries hätten bestimmt gerne Besucher aus der Landeshauptstadt. Doch denen könnte in den Gammel-Zügen der S 6 schon auf der Hinfahrt der Appetit auf Kultur vergehen. Wie auch immer: Wir wünschen uns im Umgang mit den Bahn-Verantwortlichen wesentlich mehr Dampf.
Neue Schilder für die Stadt
Ratingen ist eine l(i)ebenswerte Stadt mit hohem Freizeitwert und einem unverwechselbaren Stadtkern. Kurzum: ein Platz, an dem man sich wirklich wohl fühlt. Doch bei den Schildern und Wegweisern möchte man nur noch wegschauen. Der Grund: Seit Jahren verfallen die Hinweistafeln, die vor allem für Ortsunkundige, aber auch für Bürger dieser Stadt so wichtig sind. Viele Schilder sind unlesbar geworden, drohen sogar aus der Fassung zu fallen. Ob Mitte, Lintorf, Tiefenbroich, Homberg, Hösel oder Ost – nirgendwo gibt es klar und deutlich erkennbare Hinweise auf die Stadtteile. Seit Jahren wurschtelt man an einem Beschilderungskonzept herum. Vor einigen Monaten wurde eine grobe Planung präsentiert. Die Botschaft: Alles auszutauschen und neu herzurichten, kommt einer Sisyphus-Arbeit gleich. Doch dies kann keine Entschuldigung sein. Während sich das Stadtmarketing ein neues Logo und einen neuen Auftritt verpasst, bleiben die Schilder einfach käsig und marode. Eine gute Beschilderung gehört zur Visitenkarte der Stadt. Also: das Problem endlich anpacken – und nicht mehr aussitzen.
Schöner und besser lernen
Wie wirkt Wunschdenken? Vielleicht bewahrheitet sich der Spruch vom Wunsch als Vater des Gedankens ja beim Thema "veränderter Schulalltag". Da steigen Bilder auf von Kindern, die in der geräumigen Schul-Mensa Zeit genug für ein ansprechendes Mittagessen haben, bevor der Nachmittagsbetrieb weiter geht. Möglichst in Klassenräumen, in denen es keinen Hauch von Pavillon-Atmosphäre mehr gibt. In Fachräumen, die nicht überhitzt sind und in denen sich intakte Fenster öffnen und schließen lassen. Zugegeben – all das ist in Ratinger Schulen nicht überall fremd. Aber die Anstrengungen sollten auch darin erkennbar werden, dass nach den großen Ferien kein Schulleiter die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, weil die angekündigte Sanierung noch andauert oder ein Zeitplan ins Wanken geraten ist. Man ist schon jetzt geneigt, der Schulverwaltung jederzeit guten Willen zu unterstellen. Wo das nicht reicht, muss einfach verstärkt angepackt werden, auf dass das Glück wunschlos werde.
Prima Klima für die Kultur
Hätte man die berühmten drei Wünsche frei, fiele einem in punkto Kultur auch Dreierlei ein:
1. Bringt das Stadtmuseum so schnell wie möglich auf Vordermann, denn wenn Goya weg ist, hält der schiefergraue Alltag wieder Einzug. Packt endlich die desolate Fassade an, der mit wenigen Handgriffen und weniger Geld, als mancher befürchtet, zu einladender Optik verholfen werden kann. Sorgt dafür, dass die neue Museumsleiterin, die mit der Goya-Inszenierung eine beachtliche Marke gesetzt hat, Geld und Personal zur Verfügung hat, um ihre Ideen zeitnah in die Tat umsetzen zu können. Und sorgt vor allem dafür, dass im Hintergrund nicht irgendwelche verhuschten Kleingeister bremsen.
2. Zeigt Größe und bringt die großen Geister der Stadt endlich auch in der Stadt zur Geltung. Setzt euch dafür ein, dass Peter Brüning, der früh verstorbene Maler, Objektkünstler und Akademieprofessor, der in Ratingen zuhause war, öffentlich präsentiert wird. Das bringt die Stadt zum Glänzen.
3. Hütet die wenigen bedeutenden lebenden Künstler so gut wie die verstorbenen. Holt keine Fahrräder vom Dach, so lange es eine Alternative gibt.
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