Ratingen: Verwüstete Friedhöfe
VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 23.01.2007Düsseldorf (RPO). Die Aufräumarbeiten nach dem Orkan dürften noch lange andauern. Friedhöfe und Sportplätze teilweise gesperrt. Den Waldfriedhof in Ost hat es am schlimmsten erwischt. Erste Bilanz des Grünflächenamtes.
Ein Spur der Verwüstung hat der Orkan „Keryll“ durch Ratingen gezogen. Neben privaten und staatlichen Waldflächen und unzähligen Gärten wurden fast alle Grünflächen der Stadt zum Teil schwer in Mitleidenschaft gezogen. Manfred Fiene, Chef des Grünflächenamtes, verglich die Schäden gestern mit einem „mittleren Tsunami“. In Mitte und Ost habe der Orkan am schlimmsten gewütet, so Fiene. Und: „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Nach einer ersten grobe Schätzung „über den Daumen“, dürfte „Keryll“ etwa 200 000 Euro alleine für Fäll- und Aufräumarbeiten kosten.
Seit Donnerstag sind 75 Mitarbeiter des Amtes sowie von sechs eiligst beauftragten Fachfirmen von frühmorgens bis spät in die Nacht im Dauereinsatz. Das Geräusch von Motorsägen dröhnt seit Tagen auch über den Waldfriedhof in Ost: Den hat es am ärgsten erwischt. Er wurde fast völlig verwüstet, riesige Fichten wurden von Böen wie Streichhölzer geknickt. Sie liegen teilweise kreuz und quer übereinander. Heribert Müller vom Friedhofsamt wird mit seinem Team noch einig Zeit brauchen, um den Friedhof halbwegs begehbar zu machen. So schnell wie möglich sollen zumindest die Hauptwege freigesägt werden. Bis dahin bleibt der Friedhof gesperrt. Beerdigungen seien nicht betroffen, sagte er. Auch Bäume, die zunächst stehen geblieben sind, aber eine bedrohliche Schieflage angenommen haben, fallen den Motorsägen zum Opfer.
Aus Sicherheitsgründen würden bald auch die Grabsteine auf Standfestigkeit kontrolliert, sagte Müller. Das werde normalerweise erst nach der Frostperiode gemacht. Nicht wenige Bürger müssten sich auf ein Schreiben vom Friedhofsamt wegen mangelnder Standsicherheit einstellen, befürchtet Müller.
Gesperrt ist „bis auf Weiteres“,s o Manfred Fiene, der Sportplatz an der Friedrich-Mohn-Straße: Pappeln und Gehölze aus angrenzenden Gärten seien auf die Anlage gefallen. Auf der Aue haben Bäume das Umkleidegebäude erwischt. Auch der Poensgen-Park wurde in Mitleidenschaft gezogen: zwei große Buchen, eine kleinere Zeder, mehrere Nadelhölzer wurde gefällt. Doch das Erscheinungsbild des Parks sei geblieben, beruhigte Fiene. Aber auch der Poensgen-Park sei erst einmal gesperrt worden.
Am Ententeich am Arnold-Dresen-Weg in Ost ist eine Weide umgefallen. „Dem Orkan wollten wir eigentlich zuvorkommen“, sagte Fiene. Diese Weide war, wie berichtet, ohnehin zum Fällen vorgesehen gewesen. Die Friedhöfe in Hösel und Lintorf sind ebenfalls nicht verschont worden. Der Stadtteil West sei, zumindest was die städtischen Grünanlagen angehe, glimpflich davongekommen, sagte Fiene.
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