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Ratingen: Warum eigentlich . . .

zuletzt aktualisiert: 05.08.2009

Düsseldorf (RPO). . . . macht die Stadtbücherei ausgerechnet in den Ferien, wo viel Zeit fürs Lesen bleibt, ganze drei Wochen lang dicht?

Isabella Friedlein leitet die Stadtbücherei Heiligenhaus.    Foto: RPO
Isabella Friedlein leitet die Stadtbücherei Heiligenhaus. Foto: RPO

Friedlein Während der Ferien ist weniger Betrieb, viele fahren ja weg. Außerdem haben wir eine sehr dünne Personaldecke. Ohne die Schließung könnten wir gar keinen Urlaub nehmen.

Das ist einzusehen, aber Bücher sind nun mal Grundnahrungsmittel, und in einer öffentlichen Bücherei kann sich jeder nach Herzenslust eindecken. Gibt es Ideen, wie man den Büchereibetrieb auch während der Ferien aufrecht erhalten kann?

Friedlein Unsere Onleihe (www.bibnet.de/onleihe) steht natürlich auch während der Ferien zur Verfügung. Eine Möglichkeit den realen Büchereibetrieb durchgängig aufrecht zu erhalten, sehe ich ehrlich gesagt unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht.

In Heiligenhaus gibt es nicht allzu viele Freizeitangebote während der Ferien. Sollte die Bücherei da nicht lieber Programm machen, statt zu schließen?

Friedlein Es gibt die Stadtranderholung. Für uns als Bücherei wäre ein Sommerleseclub interessant, den es in vielen NRW-Büchereien schon gibt. Da wird speziell für Jugendliche Literatur angeschafft, und wer während der Sommerferien mindestens drei Bücher gelesen hat, bekommt einen Eintrag auf dem Zeugnis als außerschulische Leistung und nimmt an einer Verlosung teil.

Klingt interessant. Wie wäre es, wenn Sie zur Überbrückung des Ferienproblems aus der Industrie das gute alte Werksstudentenmodell übernehmen? Studenten suchen doch immer nach Möglichkeiten, sich zu qualifizieren . .

Friedlein Das müssten Studenten des Bibliothekswesens sein, und die nächstgelegene Uni wäre Köln . . .

Köln ist ja nicht aus der Welt. Sie denken darüber nach?

Friedlein Ein Student beziehungsweise eine Studentin mit passenden, also bibliothekarischen Fachkenntnissen könnte durchaus eine Hilfe sein, insbesondere wenn eine längerfristige Beschäftigungsmöglichkeit bestünde, damit sich die Einarbeitung lohnt. Einfacher noch wäre eine zeitweise Aufstockung der Wochenarbeitszeit einer oder mehrerer Kolleginnen – wir arbeiten alle nur Teilzeit. Alles eine Frage der Finanzierungsmöglichkeiten.

Cordula Hupfer stellte die Fragen.

Quelle: RP

 
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