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Hösel: Was von Klöstern übrig blieb

VON STEFAN GÖRZ - zuletzt aktualisiert: 18.05.2010

Düsseldorf (RPO). Die Ausstellung "Herrenlos! Schlesische Klöster zwischen Aufhebung und neuer Berufung" wurde jetzt im Oberschlesischen Landesmuseum eröffnet. Prominentester Gast der gut besuchten Auftaktveranstaltung war Joachim Kardinal Meisner.

Kardinal Meisner kam, sah und staunte, was das Museumsteam unter der Leitung von Stephan Kaiser an Exponaten für die große Kloster-Schau zusammengetragen hat.    Foto: RPO
Kardinal Meisner kam, sah und staunte, was das Museumsteam unter der Leitung von Stephan Kaiser an Exponaten für die große Kloster-Schau zusammengetragen hat. Foto: RPO

Zweihundert Jahre ist es her, dass die Klöster und Stifte im preußischen Teil Schlesiens durch den Staat aufgehoben wurden. Die Verantwortlichen des Oberschlesischen Landesmuseums widmen diesem Teil der Geschichte Schlesiens eine selbst konzipierte, aufwändige Ausstellung, die am Sonntag im Beisein des Kölner Kardinals Joachim Meisner sowie zahlreicher politischer und kirchlicher Prominenz eröffnet wurde.

"Rund siebzig Klöster wurden im Jahr 1810 mit dem preußischen Säkularisationsedikt aufgelöst. Für die Klöster und Ordensgemeinschaften war das eine Zäsur, aber nicht das Ende. Mit dieser Ausstellung wollen wir aufzeigen, was danach kam, was mit dem Kunstgut und den Klöstern geschah", sagt Stephan Kaiser, Direktor der Stiftung Oberschlesien und Leiter des Höseler Museums. Präsentiert werden rund 600 Exponate, wovon etwa 100 aus dem Ausland stammen.

Info

Begleitprogramm

Zur Ausstellung gibt es ein museumspädagogisches Angebot für Kindergärten, Grundschulen sowie weiterführende Schulen. Die Angebote eignen sich besonders für den Religions-, Geschichts- und Philosophieunterricht aller Altersstufen. Kontakt: Tel. 965233. .

Die Ausstellung orientiert sich gestalterisch an einem Klosterbau. Im Inneren steht die Kirche, um diese herum liegt der Kreuzgang. Und um die Ausstellung auch für Jugendliche und Kinder interessant zu machen, bedienen sich die Ausrichter zahlreicher Medien. So kann man sich virtuell durch ein Kloster bewegen, es werden Filme gezeigt und in der Kirche kann man über Kopfhörer gregorianischem Gesang lauschen. Es gibt ein virtuelles Quiz und in den Außenanlagen wurde ein kleiner Klostergarten errichtet, der nach dem Leitspruch der Benediktiner "ora et labora" darauf hinweisen soll, dass die Klöster zu damaligen Zeiten auch einen Heilauftrag hatten. Wenn man in das "Kloster" eintritt, gelangt der Besucher zuerst in das "Scriptorium" mit zahlreichen alten Büchern und Schriftstücken. Das älteste Exponat stammt aus dem Jahr 1230: Herzog Heinrich der I. übergibt dem Kloster Kamenz 150 Hufen herzoglichen Waldes. Die älteste Handschrift stammt aus dem Jahr 1320 und ist die Vita der heiligen Beate Hedwigis.

Der folgende "Kapitelsaal" war früher der zentrale Versammlungsraum der Mönche. "Das Armutsmerkmal trat an diesem Ort zurück, dokumentiert durch die barocken Wandverkleidungen", so Kaiser. Ansonsten geht es in dem "Saal" um herausragende Persönlichkeiten wie Äbte und Künstler. Beeindruckend der Grüssauer Abtsstab, Symbol der Stellung des Abtes.

In der Kirche, dem Mittelpunkt der Ausstellung, werden neben reich verzierten Kelchen aus dem 14. bis 19. Jahrhundert auch Priestergewänder aus dem 18. und 19. Jahrhundert gezeigt. Der "Wirtschaftshof" verweist auf Landwirtschaft und Heilkunde, außerdem wird dem Betrachter die Organisation eines Klosters erläutert.

In ihrem letzten Abschnitt zeigt die Schau, was mit den Werten aller schlesischen Klöster geschah. Ein königlicher Kommissar zog Urkunden, Bücher, Gemälde und sonstige kirchliche Werte ein und übergab sie in staatliche Obhut. Aus dem Kloster Leubus etwa wurde eine Heil- und Pflegeanstalt sowie ein Landgestüt.

Quelle: RP

 
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