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Ratingen: Wehr kritisiert Bayer

VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 30.04.2010

Düsseldorf (RPO). CO-Pipeline: Bei der Feuerwehr Ratingen wurden die Unfallszenarien von Bayer nachgerechnet. Es könnte, je nach Wetterlage, schlimmer kommen. Von Bayer vorgeschlagene "Filter" sind gar nicht zugelassen.

Wie eine gefährliche Riesenschlange schieben sich die Rohre für die CO-Pipeline bei den Arbeiten an der Elberfelder Straße in Hilden dem Betrachter entgegen.  Foto: RPO
Wie eine gefährliche Riesenschlange schieben sich die Rohre für die CO-Pipeline bei den Arbeiten an der Elberfelder Straße in Hilden dem Betrachter entgegen. Foto: RPO

Das von Bayer MaterialScience am Schieber in Breitscheid vorgestellte Sicherheitskonzept stößt unverändert auf Kritik. Wolfgang Cüppers, Vorsitzender der IG Erkrath, verwies darauf, dass es bis heute keinen gültigen Alarm- und Gefahrenabwehr-Plan gebe. Die fünf Schieberstationen würden nicht automatisch schließen: Auch wenn sie dicht seien, dauere es bis zu fünf Stunden, bis die Pipeline entleert sei. René Schubert, Chef der Feuerwehr Ratingen, forderte neben dem Alarm- und Gefahrenabwehr-Plan eine bessere Ausrüstung und kritisierte die Ausbreitungs-Simulationen von Bayer: Sie stellten nicht den schlimmsten möglichen Fall dar. Bei der Wehr wurden die Simulationen nachgerechnet: Man kam zu ganz anderen Ergebnissen.

Nur zehn Spezial-Atemgeräte

Werner Breuer, Projektleiter bei Bayer, hatte von einem neuartigen Gasfilter für Atemschutzmaske gesprochen, mit denen Feuerwehrleute bis zu einer Stunde im hochgiftigen CO-Gas arbeiten könnten. Solche Filter seien bei der Feuerwehr gar nicht zugelassen, sagte Schubert. Die Feuerwehrdienstverordnung lasse keine Filter zu, wenn "Filterdurchbrüche" nicht gerochen oder geschmeckt werden können. Im Klartext: Irgendwann sind die das CO absorbierenden Chemikalien in solchen Filtern aufgebraucht, doch beim geruch- und geschmacklosen CO-Gas merkt der Feuerwehrmann nichts davon. Er fällt schlimmstenfalls einfach um.       Schubert vermutet, dass Bayer versucht, eine Ausnahmegenehmigung zu erwirken. Nach Feuerwehrdienstvorschrift dürfe in solchen Gasen nur mit Pressluftatemgeräten oder geschlossenen Kreislaufatemgeräten gearbeitet werden. Die üblichen Pressluftatmer reichen für etwa 30 Minuten. Weil aber für den Rückweg von der Einsatzstelle aus Sicherheitsgründen die doppelte Zeit des Anmarschweges angesetzt werden müsse, ergebe sich beispielsweise bei einer Anrückzeit von fünf Minuten nur eine Arbeitszeit vor Ort von 15 Minuten. Viel zu wenig, um in einer großflächigen Gaswolke wirklich helfen zu können, ahnt auch der Laie.

Seit dem Tunnelbau an der Poststraße verfügt die Ratinger als einzige Wehr im Kreis über zehn Kreislaufgeräte, die bis zu vier Stunden Einsatzzeit gewähren. Doch auch diese Ausrüstung, die im Übrigen sehr wartungs- und trainingsintensiv sei, reiche gerade mal für den Erstangriff von drei Trupps: Man sei im Ernstfall dringend auf den gemeinsamen kreisweiten Einsatz und Unterstützung anderer Städte angewiesen, so Schubert.     In Ratingen verfüge zwar jeder Löschzug über ein CO-Messgerät, doch im Einsatz an einer Pipeline müsse jeder Trupp ein Gerät dabei haben. Auch eine Windmesseinrichtung gebe es nur auf der Wache, ansonsten setze man auf den Wetterdienst, so Schubert. Bayer selbst hat sich sogar auf den Schieberstationen die preiswerten Windmessanlagen gespart.

Schubert kritisierte die "realistischen Worst-Case-Simulationen" (worst case = schlimmster Unfall) von Bayer. Sie seien nachgerechnet worden. Die VDI-Richtlinien für solche Gas-Simulationen seien nicht eingehalten worden. Schubert möchte sich lieber am "realen" Worst-Case orientieren. So würden beispielsweise seltenere, aber extreme Inversionswetterlagen für größere "Keulen" am Boden sorgen, als Bayer sie mit 800 Metern Länge berechnet habe. Bayer gehe von Sperrschichten in der Luft nicht unter 100 Metern aus, Schubert rechnet lieber mit 20 Metern entsprechend VDI-Richtlinie.

Solche niedrigen Sperrschichten könne man im Kreis in Form von Nebelbänken im Morgengrauen beobachten. So selten sind diese Wetterlagen offenbar also gar nicht. KOMMENTAR

Quelle: RP

 
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