Ratingen: Wer liest, gewinnt
zuletzt aktualisiert: 20.08.2009Düsseldorf (RPO). Am Samstag leitet Christian Siegert einen Workshop für die Freunde des Poetry-Slams. Der Mann weiß, was er tut: Er selbst trat vor zwei Jahren bei "LiteraTour an schrägen Orten" zum Dichterwettstreit an.
Zur Person: Christian Siegert, Satiriker, 21 Jahre alt, in Düsseldorf geboren, Abitur am Ratinger Innenstadtgymnasium, derzeit Studium der Musik (Orgel, Klavier, Gesang) in Köln; will Lehrer werden; Lebensmotto: "Der Horizont sei weit" oder "Alles werden, bloß kein Fachidiot"; gibt am Samstag von 15 bis 18 Uhr im Museum der Stadt kostenlos Tipps und Anregungen für den Poetry-Slam am 11. September.
Ihre Beziehung zur Musik ist erwiesen. Wie steht es um die Beziehung zur Literatur?
Siegert Ich habe immer schon viel gelesen, das trainiert das Gespür für Sprache und Ausdruck. Als Hausaufgabe musste ich einmal eine Satire schreiben und fand dieses freie Genre prima. Klasse finde ich beispielsweise Götz Alsmann, der verbindet ja Satire und Musik, und das ist genau mein Ding.
Als Satiriker haben Sie sich ja schon einen Namen gemacht. Seit wann eigentlich?
Siegert Vor zwei Jahren bin ich bei "LiteraTour an schrägen Orten" mitten auf einem Feld aufgetreten. Ein echter Sprung ins kalte Wasser.
Würden Sie's wieder tun?
Siegert Unbedingt. Das will ich auch in meinem Workshop vermitteln, diese Bereitschaft, mal ins kalte Wasser zu springen und zu sehen, was passiert.
Dichter gelten ja eher als scheue Wesen. Welche Qualitäten muss denn mitbringen, wer beim Poetry-Slam bestehen will?
Siegert Erst einmal ganz formal: Wer mitmachen will, sollte zwischen 14 und 25 Jahre alt sein. Experimentierfreude und Spaß an der Jonglage mit Sprache sind natürlich auch ein Vorteil. Der Poetry-Slam ist ja eine Erfindung von amerikanischen Literaturanarchisten, die genug hatten von drögen Lesungen mit Tisch, Stuhl und Wasserglas. Denen ging es eben auch um den Körpereinsatz, um eine Performance eben und auch um die Meinung des Publikums.
Was erwartet die Teilnehmer denn so im Workshop?
Siegert Erst einmal will ich ihnen die Angst vor dem Vortrag nehmen, indem sie sich kennenlernen. Das schafft Sicherheit. Außerdem werde ich Videoaufzeichnungen von Poetry-Slams zeigen und damit Impulse für den eigenen Auftritt geben. Natürlich arbeiten wir auch an der Sprache, am Aufbau von Texten, am Vokabular. Zudem proben die Teilnehmer ihren Auftritt, für den sie beim Wettbewerb fünf bis acht Minuten Zeit haben, vor der Videokamera. So etwas ist immer sehr aufschlussreich.
Wenn es am Ende Applaus gibt, ist das natürlich toll. Lernen die Workshopper auch, wie man mit negativen Reaktionen umgeht?
Siegert Hier wird keiner fertig gemacht. Falls es nicht so gut läuft, ist das auch kein Beinbruch, so etwas gehört eben dazu. Sich mal auf einer Bühne etwas zu trauen und Selbstgemachtes zu präsentieren, macht auf jeden Fall stärker, und das nächste Referat in der Schule läuft dann gleich viel besser.
Sind noch Plätze frei?
Siegert Klar. Anruf und Anmeldung unter 5504114 genügen.
Cordula Hupfer stellte die Fragen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum