Ratingen: Wettlauf ums Finanzamt
VON JOACHIM PREUSS - zuletzt aktualisiert: 03.07.2009Düsseldorf (RPO). Der NRW-Finanzminister will den Standort Düsseldorf des Finanzamtes Düsseldorf-Mettmann aufgeben. Die Städte Ratingen und Mettmann sollen sich bewerben. Wilhelm Droste (CDU-MdL): "Große Chance für Ratingen."
Um den neuen Standort des Finanzamtes Düsseldorf-Mettmann sollen sich die Städte Ratingen und Mettmann bewerben. Das erfuhr der Ratinger Landtagsabgeordnete Dr. Wilhelm Droste (CDU) gestern von NRW-Finanzminister Dr. Helmut Linssen. "Damit ist die zunächst vorgesehene Zwei-Ämter-Lösung, die eine Aufteilung der bisherigen Zuständigkeiten der Behörde am Düsseldorfer Hauptbahnhof auf die schon bestehenden Ämter in Hilden und Velbert vorsah, vom Tisch", so Droste. Er sieht für den Kreis Mettmann, aber besonders für Ratingen, "eine große Chance".
Linssen hatte sich dafür ausgesprochen, das marode Gebäude am Hauptbahnhof aus Kostengründen nicht mehr zu sanieren.
Heute gibt es zwei Finanzamt-Standorte im Kreis: Hilden und Velbert. Das in den 70er Jahren in Velbert gebaute Amt ist sanierungsbedürftig. Der Finanzminister ließ prüfen, ob es künftig drei oder weiterhin nur zwei Standorte geben soll. Bislang war von ihm die Zwei-Ämter-Lösung favorisiert worden: Auflösung des Standortes Düsseldorf und Verteilung der Aufgaben auf Hilden und Velbert. Das wurde nun verworfen: Der Standort Düsseldorf mit immerhin etwa 400 Mitarbeitern wird komplett nach Ratingen oder Mettmann verlegt. Die Standorte Hilden und Velbert sollen erhalten bleiben.
Größte Stadt im Kreis
Beim Wettbewerb würden sowohl wirtschaftliche Aspekte als auch die Bürgerfreundlichkeit des jeweiligen Standorts berücksichtigt, so Droste. "Bei dieser Beurteilung könnte Ratingen – als größte und steuerstärkste Stadt des Kreises – im Vorteil sein, da die Stadt über eine hervorragende Verkehrsanbindung sowie viele geeignete Grundstücke für einen Neubau dieses Umfangs verfügt."
Im Gespräch für einen möglichen Standort war bislang das ehemalige Balcke-Dürr-Gelände in Ratingen: Busbahnhof, S-Bahn und naher Autobahnanschluss sind vorhanden. Auf dem ehemaligen BD-Gelände hätten die Projektentwickler RS Partner gleich mehrere mögliche Standorte parat. Ulrich Kosche, neben Dieter Raudonat Geschäftsführer von RS-Partner, ist bereits seit einigen Jahren mit dem Thema bestens vertraut: Man habe die Vorplanung für ein Finanzamt bereits "mehr oder weniger fertig" in der Schublade, sagte er gestern.
Ein möglicher Standort: dort, wo jetzt die leerstehenden BD-Hallen stehen. Den Platzbedarf für etwa 400 Mitarbeiter beziffert Kosche mit etwa 7000 bis 8000 Quadratmeter Bürofläche.
CDU und FDP haben gestern in einem gemeinsamen Antrag den Bürgermeiser aufgefordert, mehrere potenzielle Standorte in den Wettbewerb einzubringen: zum Beispiel das BD-Gelände, aber auch das ursprünglich fürs Rathaus vorgesehene Gelände am Krumbachskothen.
Aber auch in der Kreisstadt Mettmann macht man sich Hoffnung auf das Finanzamt: Bürgermeister Bodo Nowodworski hatte sich stark gemacht, dass das Meckenstock-Gelände an der Oststraße als Standort für ein neues Finanzamt genutzt werden könnte. Und neben der Polizeiwache in Mettmann gibt es ein freies Grundstück: Wie zu hören ist, soll es fürs Finanzamt vermutlich gratis zur Verfügung gestellt werden. KOMMENTAR
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.