Ratingen: Wiedersehen mit Harpo
VON DANIELA V. DELLINGSHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 06.10.2008Düsseldorf (RPO). Leibhaftige Showgrößen aus den 70er-Jahren gaben sich am Freitag bei der „Pop- und Oldie-Party“ in der Dumeklemmerhalle die Ehre. Das Publikum war begeistert, der Veranstalter allerdings hatte auf mehr Gäste gehofft.
Licht aus, Spot an: Den Veranstaltern der ersten „Pop- und Oldie-Party“ gelang es am Freitagabend, die Stadthalle in eine Disko der besonderen Art zu verwandeln: Zwar ohne DJ und Ilja Richter, dafür aber mit leibhaftigen Showgrößen aus den 70er-Jahren. So manch ein Zuschauer fühlte sich dabei sicherlich in die Zeit von Schlaghosen und Afri-Cola zurückversetzt.
Das Publikum, eher „Ü 40“ als „Ü 30“, tanzte, riss die Arme hoch und zündete Feuerzeuge an. Man hatte sichtlich Spaß. Das Veranstalter-Duo Ulli Eichblatt und Ute Carla Betjemann hatten dafür zuvor einen gelungenen Griff in die Künstler-Kiste getätigt. Was dabei zum Vorschein kam, konnte sich nicht nur sehen, sondern vor allem hören lassen:
Der Schwede Harpo, dessen nackte Füße beim Auftritt offensichtlich noch heute dazu gehören. Der Afro-Amerikaner George McCrae, der mit seinem Welthit „Rock you Baby“ an frühere Engtanz-Einlagen erinnerte. Die Gruppe Talking System, deren Mitglieder Dieter Bohlen zu seinen Modern Talking-Zeiten ihre Stimme liehen. Und die Gruppe Albatross, die mit ihrem bunten Repertoire in den Pausen für musikalische Unterhaltung sorgte.
Life-Musik in der Pause
„Das mache ich bewusst so, dass ich keine DJs engagiere, sondern auch in den Pausen für Life-Musik sorge“, sagt Eichblatt. Der Ratinger arbeitet für eine große österreichische Plattenfirma und ist ein alter Hase im Musikgeschäft. In seiner Heimatstadt hatte er am Freitagabend viel zu tun, schließlich sollte bei der Premierenveranstaltung alles glatt laufen. „Ich engagiere wirklich nur die Künstler, die ich schon lange kenne und von denen ich sicher bin, dass sie sehr unkompliziert sind.“
Harpo war, obwohl er in der Nacht zuvor nur vier Stunden Schlaf bekam, bester Laune, sang am Schluss sein legendäres „Moviestar“ und erntete eine Menge Beifall. Hinterher sprach der 58-Jährige, der nach eigenen Aussagen sporadischen Kontakt zu allen vier Abba-Mitgliedern hat, bereitwillig mit der RP: „Ich trete zwar in Skandinavien und Deutschland immer noch auf, aber hauptberuflich bin ich jetzt Farmer.“
George McCrae erzählte kurz vor seinem Auftritt: „Ich war vor vielen Jahren schon mal in Ratingen.“ Auch ihn feierten die begeisterten Dumeklemmer gebührend. „Ich bin seinetwegen hierher gekommen“, sagte Inge Schröder mit leuchtenden Augen. „Allerdings schade, dass die Stadthalle nicht voller ist.“
Mit mehr Zuschauern – drei- bis vierhundert waren anwesend – hatte auch Eichblatt gerechnet. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir ein Feiertagswochenende haben. Wir haben sogar eigene Taxi-Werbung bezahlt, weil die Plakatierung in der Stadt unglaublich streng gehandhabt wird.“
Eichblatt würde die Pop- und Oldie Party gerne in der Stadt auf lange Sicht etablieren und hofft nun auf mehr Zuschauer beim nächsten Mal.
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