Ratingen: Wiglow geht ins Rennen
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 22.08.2008Düsseldorf (RPO). Der SPD-Fraktionsvorsitzende soll Bürgermeister werden und rechnet sich gute Chancen aus. Die Grünen werden keinen eigenen Kandidaten nominieren. Dies haben die Mitglieder bereits beschlossen.
Christian Wiglow steckt voller Tatendrang. Es sei für ihn eine Ehre, für das Ratinger Bürgermeister-Amt zu kandidieren – wenn es denn die Mitgliederversammlung am kommenden Donnerstag (28. August) so will. Davon ist stark auszugehen, denn der Diplom-Verwaltungswirt gehört zu den profiliertesten Politikern der Ratinger SPD. Elisabeth Müller-Witt, die Ortsvereinsvorsitzende der Sozialdemokraten, urteilt: „Christian Wiglow erfüllt alle Kriterien. Er kennt die Stadt aus dem Effeff. Er hat Leitungserfahrung. Er ist in dieser Stadt groß geworden und kennt die Anliegen der Bürger aus eigener Anschauung.“
Mit allen politischen Kräften
Ratingen brauche einen Bürgermeister, der gemeinsam mit allen politischen Kräften die Stadt nach vorne bringt, betont der Bereichsleiter für Beschäftigungsförderung bei der Arge in Düsseldorf. Dort verantwortet er einen Etat in Höhe von rund 50 Millionen Euro. Wiglow, der auch Romanistik und Anglistik auf Lehramt studierte, hat klare Vorstellungen vom Amt des Bürgermeisters: „Er muss die Ressourcen der Stadt bündeln und die notwendigen Prozesse moderieren können, nicht bürokratisch von oben herab, sondern gemeinsam mit den Bürgern.“
Beim „aktuellen Amtsinhaber“, Harald Birkenkamp also, habe er das Gefühl, dass „ihm die Bürger und der Rat eher lästig sind, dass demokratische Prozesse als störender Zeitverlust angesehen werden und vor lauter Aktionismus der rote Faden schon längst verloren gegangen ist“, urteilt Wiglow. Rückendeckung bekommt der „engagierte Sozialpolitiker“ (so Müller-Witt) prompt von Kerstin Griese, der Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Niederberg/Ratingen: „Für eine große Volkspartei ist es unerlässlich, mit einem profilierten Spitzenkandidaten in den Kommunalwahlkampf zu ziehen.“ Griese: „Ohne die SPD wäre der Ausbau der Offenen Ganztagsgrundschulen und der Unter-Drei-Jährigen-Betreuung längst nicht so schnell erfolgt.“ Möglicherweise, so eine Option, werden die Grünen Wiglow unterstützen. Eine eigenen Kandidaten werde es definitiv nicht geben, betonte gestern Abend Parteichef Reinhard Simon im RP-Gespräch. Wiglow und Müller-Witt wiederum bestätigten, dass es Gespräche mit den Grünen gebe.
Und wie schätzen die Beiden die Chancen für Wiglow ein? Birkenkamp habe bei den Bürgern viel Vertrauen verloren, CDU-Kandidat Stephan Santelmann sei völlig unbekannt in der Stadt. Kurzum: Wiglow sei der einzige Ratinger für Ratingen. „Letztlich entscheiden die Inhalte und die Mannschaft, die für diese Inhalte steht“, betonte der Fraktionschef. KOMMENTAR
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