Ratingen: Wiglow (SPD): Einbußen für Tagesmütter
zuletzt aktualisiert: 29.12.2008Düsseldorf (RPO). SPD-Fraktionschef Christian Wiglow macht eine Rechnung auf: „Mit 120 Plätzen in der Kindertagespflege werden in Ratingen etwa 44 Prozent des Gesamtangebotes durch Tagesmütter und -väter abgedeckt. Zum Januar 2009 ergeben sich gravierende gesetzliche Änderungen: Alle Tagesmütter und -väter müssen dann Steuern und Sozialabgaben zahlen. Die Tagesmütter rechnen mit massiven finanziellen Einbußen.“
Schon seit Monaten protestierten lokale Bündnisse und der Bundesverband für Kindertagespflege gegen die Neuregelung, schreibt Wiglow in einer Mitteilung. Tagesmütter verdienten ohnehin im Schnitt nur drei Euro netto pro Kind und Stunde. Der Bundesverband für Kindertagespflege habe vorgerechnet, dass ihr Einkommen bis zu 49 Prozent sinken könnte. Kurz vor Weihnachten hätten dann „einige Ländern und Kommunen auf die Proteste reagiert“.
Das Land Berlin etwa habe angekündigt, acht Millionen Euro pro Jahr für Sachkostenpauschalen und Zuschüsse zur Verfügung zu stellen, damit die rund 1300 Berliner Tagesmütter ihren Job nicht aufgeben. Auch Bremen plant nach Wiglows Angaben eine Änderung der Bezahlung von Tagesmüttern: „Die Rentenversicherung wird anteilig bezahlt, die Unfallversicherung komplett übernommen. Ebenso soll sich das Entgelt auf 58 Prozent des Gehalts einer Kinderpflegerin erhöhen.“
In München stehe ebenfalls eine Besserstellung an: Hier sollen die Stundenlöhne verdoppelt werden. Wiglow weiter: „Für Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) ist das noch nicht genug. Sie fordert auch die übrigen Länder und Kommunen auf nachzuziehen.“ Für die Ministerin stehe, so Wiglow, der Ausbau der Kinderbetreuung bis zum Jahr 2013 auf dem Spiel: Ein Drittel der geplanten 750 000 Betreuungsplätze soll durch Tagesmütter abgedeckt werden – sogar ein kürzlich begonnenes Aktionsprogramm soll mehr Tagesmütter in den Beruf locken.
Vor diesem Hintergrund bittet der SPD-Fraktionschef um „Einschätzung“, wie die Verwaltung die Auswirkungen der gesetzlichen Neuerungen auf Ratingen beurteile, und fragt, ob Überlegungen bestünden, durch Erhöhung der Vergütung die Nachteile für Tagesmütter/-väter zu kompensieren.
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