Ratingen: Wir sind die Landfrauen!
VON CHRISTIANE BOURS - zuletzt aktualisiert: 10.08.2009Düsseldorf (RPO). In einer Serie des WDR stellen sechs Frauen ihr Leben auf dem Bauernhof vor und konkurrieren in der Küche. Jutta Kuhles von Gut Artzberg in Homberg ist mit dabei. Am Samstag war der letzte Drehtag in Ratingen.
Wie sieht eigentlich das Leben von Frauen auf dem Bauernhof aus? Und wie kochen die Frauen vom Land? Diesen Fragen geht derzeit der WDR nach. "Land & lecker – Wer kocht das beste Landmenü?" heißt die sechsteilige Serie, die ab September jeweils mittwochs ausgestrahlt wird. Am Samstag war der letzte Drehtag – und zwar in Ratingen. Denn Jutta Kuhles vom Artzberghof ist eine der sechs Teilnehmerinnen aus ganz NRW, deren Leben, Haus und Hof vorgestellt werden. Außerdem stellt sie noch ihre Kochkünste unter Beweis.
Eines gleich vorweg: "Den dummen Bauern gibt es nicht mehr", stellen die sechs Frauen energisch klar. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssten Landwirte vielmehr wahre Alleskönner sein. In der Tat, bei einem Blick auf ihren Tagesablauf kann einem fast schwindelig werden. In den frühen Morgenstunden, wenn andere Menschen noch schlafen, stehen sie auf, backen Brot für den Hofladen oder kümmern sich ums Vieh. Ganz nebenbei werden auch noch Familie und Haushalt versorgt und der anfallende Papierkram bewältigt. Felder müssen bestellt oder abgeerntet werden und der Hofladen muss auch laufen. Da kann ein Arbeitstag locker 17 oder 18 Stunden haben.
Sechs Frauen – sechs Freundinnen
Obwohl sie in der Sendung eigentlich Konkurrentinnen sind, hat sich in den vergangenen Wochen eine eingeschworene Gruppe gebildet. "Es ist ganz toll, dass wir uns kennengelernt haben", erklärt etwa Irmgard Gräfin von Looz-Coswarem, die einen Hof im Münsterland hat. Weil sie sich so gut verstehen, haben sich die Landfrauen bereits besucht, wobei Freundschaften entstanden sind.
Neben dem Kochen werden aber auch die unterschiedlichen Bauernhöfe vorgestellt, schließlich hat jeder der Betriebe eine andere Spezialisierung. Da ist vom Bullenmastbetrieb über den Erdbeerhof bis zum Biohof und der Schäferin alles dabei. Jutta Kuhles hingegen bewirtschaftet mit ihrem Mann Alfons einen reinen Ackerbaubetrieb.
Ehemann Alfons Kuhles musste sich am Samstag in eine völlig ungewohnte Rolle einfinden. "Ich bin heute nur schmückendes Beiwerk", schmunzelte er. Während seine Frau Jutta in der Küche schuftete – es gab Rehbraten mit Gemüse und Kartoffeln – führte er die fünf anderen Teilnehmerinnen sowie das Kamerateam über den Hof und durch den wunderschönen Garten. "Ich glaub, ich hab die Mädels gut unterhalten", zieht er nach Drehschluss selbstbewusst Bilanz.
Den Eindruck bekommt man durchaus. Die Stimmung ist gut, alle stehen rund um den Oldtimerbus herum, der sie in den vergangenen Wochen von Hof zu Hof gebracht hat, und unterhalten sich bei einem Stück Pflaumenkuchen. Und auch die beiden Redakteure des WDR, Monika Pohl und Philipp Bitterling, sind sehr zufrieden. "Ich bin ja eigentlich ein Stadtkind", schmunzelt Bitterling. Doch inzwischen gefalle es ihm richtig gut auf dem Land und auch die Frauen hätten ihn sehr beeindruckt. Sein anerkennendes Urteil: "Das sind richtig gestandene Frauen, die unheimlich viel leisten."
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