Ratingen: Wirbel um Ginkgo-Bäume
VON NORBERT KLEEBERG - zuletzt aktualisiert: 25.11.2009Düsseldorf (RPO). Auf der Straße Backhausfeld gibt es viel Ärger wegen der ostasiatischen Gewächse. Grund: Die Früchte der weiblichen Bäume fallen zu Boden, platzen, sind glitschig und stinken zum Himmel. Die Stadt will helfen.
Oskar Reichert hat nichts gegen Ginkgo-Bäume – und doch ist er auf die ostasiatischen Gewächse überhaupt nicht gut zu sprechen. Es geht um die weiblichen Bäume, die derzeit reiche Früchte tragen. Diese Früchte fallen zu Boden, platzen, werden dann matschig und glitschig, stellen also für Fußgänger angesichts der rutschigen Massen eine Unfallgefahr dar. Jeden Tag holt Reichert den Besen heraus und kehrt und sammelt ein – eine Sisyphus-Arbeit, denn noch bis in den Dezember hinein werden die Früchte auf die Straße Backhausfeld herniederprasseln.
"Wenn die Früchte matschig auf dem Bürgersteig liegen, verbreiten sie einen sehr unangenehmen, übelriechenden, penetranten Gestank", erzählt der Anwohner, "außerdem geht von diesem glitschigen Matsch, insbesondere bei Regen, eine sehr große Gefahr aus." Reichert hat nun an die Stadt geschrieben und um Hilfe gebeten. Manfred Fiene, der Leiter des Grünflächenamtes, bestätigte das Ginkgo-Problem: "Erst ab einem Alter von 20 Jahren erlangen die weiblichen Bäume die Geschlechtsreife."
Mit anderen Worten: Als die Bäume von der Stadt gepflanzt wurden, war das wahre Ausmaß noch nicht abzusehen. Zurzeit gebe es 15 männliche und 14 weibliche Bäume auf der Straße Backhausfeld, so Fiene. Mitarbeiter des Amtes werden sich die Bäume und die Wege anschauen. Laut Stadt sind die Anwohner dazu verpflichtet, die Gehwege zu reinigen. Ob die weiblichen Bäume entfernt werden müssen, bleibt offen. Fiene will sich da noch kein abschließendes Urteil bilden. Die Bäume zurückzuschneiden, wie es Reichert in dem Brief vorschlägt, sei aber auch nicht sinnvoll. Dies könne zu erheblichen Schäden an den Bäumen führen.
Der unangenehme Geruch der Früchte nach Buttersäure führte dazu, dass in Europa vornehmlich männliche Gingkobäume eingesetzt wurden. Damit eine Befruchtung stattfinden kann, werden in Asien männliche und weibliche Bäume nebeneinander gepflanzt.
Der Ginkgo-Baum gilt als Stadtbaum, weil er robust ist. Aus Sicht von Reichert ist klar, dass die Stadt einen Fehler gemacht hat: "Man hätte nur männliche Bäume nebeneinander pflanzen sollen. Jetzt haben wird das Dilemma, das immer schlimmer wird."
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