Ratingen: Wut über wilde Müllkippen
VON CHRISTIANE BOURS - zuletzt aktualisiert: 28.02.2011Düsseldorf (RPO). Über 860 Ratinger halfen am Samstag beim Dreck-weg-Tag mit, die Stadt von einfach weggeworfenem Müll zu befreien. Was sie dabei an Straßenrändern und in Grünanlagen fanden, löste vor allem Unverständnis aus.
Es gibt die reguläre Müllabfuhr, den Sperrmüll und die städtischen Annahmestellen für Abfälle beim Zentralmateriallager der Stadt – dennoch scheinen vielen Ratingern diese Angebote noch nicht zu genügen. Zu diesem Schluss könnte man jedenfalls kommen, wenn man sich die gesammelten "Schätze" der über 860 freiwilligen Helfer ansieht, die am Samstag beim achten Ratinger Dreck-weg-Tag mitmachten. Flaschen, Verpackungen, Papiere, aber auch Fahrräder, Reifen, Möbel und ganze Säcke voller Hausmüll kamen da zum Vorschein.
"Das ist einfach nicht zu glauben, dieser ganze Müll und Dreck ärgert und nervt einfach nur noch", schimpfte Reinhard Krekler, Vorsitzender der Bürgerschaft Breitscheid. Der Verein hatte rund 40 Breitscheider gewinnen können, um den Stadtteil sauber zu machen. In drei Gruppen zogen sie los, um rund um die Matthias-Claudius-Schule, den Roten Turm und den Real-Markt den Müll einzusammeln. Und schon bevor es losging, ahnten sie, welche Arbeit da vor ihnen lag. "Gerade an den Straßen um den Real-Markt ist es ganz schlimm", sagte er.
Warum viele Menschen nach wie vor ihren Müll einfach wegwerfen, konnten sich die Breitscheider nicht erklären. "Das ist entweder pure Gedankenlosigkeit oder einfach nur schlechte Erziehung", vermutete Krekler. Gerade deshalb sei es so wichtig, dass besonders viele Kinder beim Dreck-weg-Tag mitmachen. "Wenn die Kinder jetzt mitmachen, dann schmeißen sie vielleicht als Erwachsene nichts mehr einfach so weg." Das sieht auch Lena Sophie so. Die Erstklässlerin der Matthias-Claudius-Schule machte sich am Samstag gemeinsam mit ihrer Mutter und Familienhund Paul an die Arbeit, um ihren Stadtteil ein bisschen schöner zu machen. "Das ist total doof, wenn überall Papier und Dreck herumliegt", so der Tenor.
Eine ganz besondere Aufgabe hatten sich die Mitglieder des Gartenbau- und Heimatvereins Tiefenbroich vorgenommen, ihr Sammelgebiet dürfte eines der "ergiebigsten" von ganz Ratingen sein, nämlich die Ecke Am Rosenkothen am Waldrand neben der Autobahn. "Das ist eine richtige wilde Müllkippe geworden", ärgerte sich der zweite Vorsitzende Wolfgang Kutsch. In der Tat, in kurzer Zeit türmten die Männer des Vereins Fahrräder, Matratzen, Regale und Schränke, unzählige Flaschen, Farbeimer und Malerbedarf an der Sammelstelle auf. Dazu kamen noch Radios und Verpackungen aller Art sowie der Müll, den Autofahrer beim Vorbeifahren von der Autobahn einfach in die Böschung schmeißen. "Die Böschung ist voll bis obenhin mit Müll", berichtete Karl-Heinz Lichtschlag, als er voll beladen mit Müllsäcken zur Sammelstelle zurückkehrte.
Dass diese Ecke an der Autobahn von Ratingern inzwischen ganz gezielt angefahren wird, um schnell ihren Müll zu entsorgen, davon sind die Tiefenbroicher fest überzeugt. "Das ist eine richtige Entladestation geworden", ärgerte sich Kutsch. Faulheit und Rücksichtslosigkeit, anders kann er sich das Verhalten seiner Mitbürger nicht erklären. Was die Tiefenbroicher nicht verstehen: Alles, was sie im Wald finden, könnte man problemlos und kostenlos bei der Stadt abgeben. "Das Lager ist in Tiefenbroich. Das wäre also der gleiche Weg, und es wäre auch der gleiche Aufwand", so Kutsch. Frage desTages
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