Ratingen: Zauberhafte Gesellen
VON MELANIE MEYER - zuletzt aktualisiert: 26.05.2008Düsseldorf (RPO). „Komikaze – Lach dich tot“, so hieß das Programm der Abschlussklasse der Hannoveraner Berufsschule für Tanz, Clown und Theater, die jetzt im Stadttheater gastierte. Die 13 Absolventen entführten in eine fantastische Welt – hinreißend und weit weg von plattem Klamauk.
Frech rutschte Jago Duckwitz über das Geländer im Foyer des Stadttheaters. Im nächsten Moment begrüßte Tim Schaller eine ältere Dame, die nicht so recht wusste, wie sie auf den Clown reagieren sollte. Der war aber schon längst weiter gezogen und turnte über die Treppe ins Theater. Schon die ersten Minuten des Auftritts im Stadttheater standen ganz im Zeichen der jungen Clowns-Comedy „Komikaze – Lach dich tot“, dargebracht von 13 Gesellen der Schule für Clown, Komik und Theater in Hannover (TuT). Mit viel Charme, Akrobatik und Humor verzauberten sie ihr Publikum.
Schuhe und Schicksal
Im Theater selbst, noch bevor auf der Bühne die Scheinwerfer angingen, turnten Clowns durch die Ränge. Nachdem Jago die erste Stuhlreihe erklommen hatte, musste er sich erst einmal schlafen legen. Was eine Dame veranlasste, seine Schuhe aneinander zu binden. Als er aufwachte, nahm das Schicksal schließlich seinen Lauf . . .
Seit Anfang des Monats touren die 13 Absolventen der Schule für Clown, Theater und Komik durch Deutschland und präsentieren ihre Gesellenstücke. Die Tournee ist Teil ihrer Ausbildung zum professionellen Clown. Für den staatlich anerkannten Abschluss mussten die Clowns eineinhalb Jahre die Schulbank drücken. Die ungewöhnliche Ausbildung beinhaltete Schauspielunterricht, Körpertraining, Musik und Rhythmus-Training, Schminken für die Bühne, Tanz und Komik. Die Station in Ratingen wählten sie, weil eine der Absolventinnen, Mareike Beicht, eine Dumeklemmerin ist. Jeder Geselle hatte sich um eine Auftrittsmöglichkeit gekümmert.
Dass Clownsein mehr bedeutet, als Luftballons zu knoten und sich eine rote Pappnase aufzusetzen, bewiesen die 13 Absolventen nachhaltig: Es wurde gelitten, geliebt, gezürnt, gelogen, verführt, verkompliziert und vor allem gelacht. Gelacht über die kindliche Naivität, mit der sie Lösungen für ihre meist selbstverursachten Probleme fanden.
Beeindruckend war dabei die Kreativität der Darsteller. So beispielsweise bei der Nummer „EteTapete“, in der Wilma und Rupi (Claudia Trachsler und Katharina Vogel), ihre eigene Leiter beim Tapezieren im Wege stand. Ebenso herzzerreißend komisch Clown Krümels (Mareike Beicht) Kampf mit dem Klappbett, der dem Publikum vor Lachen die Tränen in die Augen schießen ließ. Hinreißend auch die Vorstellung von Piminella (Karolina Dommert), die zum Träumen einlud. Zwischen den Stücken, insgesamt waren es zehn, gab es ein akrobatisches Rahmenprogramm, das dem Publikum die Vielfalt des Clownseins noch zusätzlich vermittelte.
Dieser Abend war weit entfernt von Kinder-Ulk oder Klamauk. Es wurde professionelles Improvisationstheater gezeigt, das Klein und Groß verzauberte.
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