Ratingen: Zentrale muss schnell schalten
VON WOLFGANG SCHNEIDER - zuletzt aktualisiert: 23.06.2007Düsseldorf (RPO). Im Rheinbahn-Betriebshof an der Sohlstättenstraße in Tiefenbroich geht es manchmal drunter und drüber: Die Planer müssen schnell und entschlossen handeln, damit der Betrieb reibungslos läuft.
TIEFENBROICH „Der Wagen ist in fünf Minuten da.“ Betriebshof-Assistent Reiner Klapdor hat nur wenig Zeit, alles zu managen. Für einige Minuten wird es stressig im Rheinbahn-Betriebshof an der Sohlstättenstraße. Ein Bus der Linie 752 hat einen Defekt, muss ausgetauscht werden. Doch die Zeit wird knapp.
Der von Klapdor vorgesehene Ersatzbus ist zugeparkt, der kaputte Wagen aber nur noch drei Haltestellen entfernt. Schnell holt er sich seinen Kollegen Dariusz Makar dazu, um zu rangieren. Und dann geht alles ganz schnell. Der Ersatzbus steht an der Schranke, der defekte Wagen fährt daneben, und in nicht einmal einer Minute können die Fahrgäste umsteigen. Der Wagen der Linie 752 ist wieder auf der Straße. „Solche Momente sind es, in denen hier schon einmal alles drunter und drüber gehen kann“, erzählt Michael Schwarz, der seit fast 20 Jahren Chef der Ratinger Rheinbahner ist. Damit die Pendler pünktlich zu ihrem Ziel kommen, ist eine Menge Hintergrundarbeit nötig. Die drei Betriebshof-Assistenten sorgen dafür, dass die Wagen den verschiedenen Linien zugeteilt werden. Auf 15 Spuren stehen die Fahrzeuge auf dem Gelände. Da muss der Plan genau stimmen, damit der erste Bus, der den Betriebshof um 4.28 Uhr verlässt, nicht ganz hinten in der Reihe steht.
Im Einsatz
Team: 108 Frauen und Männer sorgen im Fahrdienst dafür, dass die Busse in Ratingen rollen. Dazu kommen neben Betriebshofchef Schwarz drei Mitarbeiter für den Innendienst.
Betrieb: Seit dem vergangenen Jahr ist der Betriebshof an der Sohlstättenstraße nur noch unter der Woche 24 Stunden lang besetzt.
An den Wochenenden und Feiertagen werden die Dienste dann durch Fahrer aus den beiden Betriebshöfen in Düsseldorf-Heerdt und Düsseldorf-Lierenfeld übernommen.
52 Fahrzeuge in der Werkstatt
Planung ist alles, so Klapdor: „Der letzte Wagen kommt um 1.46 Uhr rein. Danach beginnen wir mit der Zuteilung der Fahrzeuge für den nächsten Morgen.“ Währenddessen werden 52 Fahrzeuge die ganze Nacht hindurch in der Werkstatt auf dem Hof unter die Lupe genommen und gesäubert. Kleine Schäden werden sofort behoben, bei größeren Defekten müssen die Busse aus dem Verkehr gezogen und in die Rheinbahn-Werkstatt nach Düsseldorf-Heerdt gebracht werden.
Klaus Holzberg ist Vorarbeiter in der Werkstatt und seit 39 Jahren bei dem Verkehrsunternehmen. Er hat viel Erfahrung – und die brauchen er und sein Team auch: „Wer hier in der Werkstatt arbeitet, muss ein Allround-Genie sein.“ Neben normalen Kfz-Arbeiten können die Werkstattmitarbeiter auch Funkgeräte und die anderen Systeme am Fahrerplatz bearbeiten. In letzter Zeit haben sie besonders häufig mit Vandalismus zu tun, wissen Schwarz und Holzberg zu berichten: „Das hat extrem zugenommen. So viel hatten wir früher nicht.“
Neben der allnächtlichen Kontrolle müssen die Busse alle 10 000 Kilometer zur großen Inspektion. Sicherheit wird groß geschrieben. Und auch für die Fahrer ist gesorgt. Am elektronischen Terminal wird regelmäßig das Bargeld aus der Kasse abgegeben: „Damit sorgen für dafür, dass unsere Fahrer stets nur wenig Geld dabei haben und so nicht Ziel von Kriminellen werden“, erklärt Betriebshofchef Michael Schwarz, der es sich nicht nehmen lässt, sich ab und an noch selber auf den Bock zu schwingen: „Busfahren macht mir nämlich einfach Spaß!“
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