Ratingen: Zwischen „Gischt“ und guter Laune
VON PAUL KÖHNES - zuletzt aktualisiert: 05.02.2008Düsseldorf (RPO). Die Wetterfrage stellte sich gestern früh gar nicht für Friedrich Schnadt. Der war mit dem RaKiKa-Tross pünktlich zur Stelle und hatte zu Regentropfen nur einen Kurz-Kommentar übrig. „Im Binnenland heißt so etwas Regen. An der Küste Gischt.“ Beim RaKiKa heißt Schnadt übrigens nicht Stadtwerke-Geschäftsführer, sondern laut einer Wagenaufschrift: „Schnatti“.
Königlich amüsierte sich das Brasselkommando der Schützen – eigener Auftritt mit wehenden roten Umhängen und güldenen Kronen. Brasselkommando? „Korrekt heißt es Zeltkommission der St. Sebastiani-Bruderschaft“, erklärte „Brassler“ Jörg Krieg, der sich gemeinsam mit Tochter Michelle ins Getümmel stürzte. Prinz Gero I. hatte sich die Zeit vor dem Start in Süd ganz anders vorgestellt: „Ich wollte mir eigentlich den Feuerwehrhelm aufsetzen und mit meinem Motorrad hier die Straßen rauf und runter fahren“, sagte er. Ging aber nicht, weil das Motorrad nicht ansprang. Da der Prinz BMW fährt, dürfte ein ernstes Wort mit dem Schirmherren Hermann Brügger zu wechseln sein.
Noch’n Gefährt: Der jüngste Treckerfahrer des Zuges kam aus Tiefenbroich. Die zum Papp-Ferrari aufgemotzte Zugmaschine trug die Startnummer 22. Am Steuer: Jan Zimmermann. Der 16-Jährige hat seinen Führerschein erst seit vergangener Woche. „Sein Vater Bernd macht auf jeden Fall die Radwache, läuft als Sicherheits-Begleiter direkt neben dem Wagen her“, hieß es vorab. Der Wagen fuhr für den Rennstall Sackerhof und Autoglas Schwertfeger. Die Besatzung: die Formel-eins-Runde Tiefenbroich und der Freundeskreis „die Hütte“.
Gar nicht helfen konnten wackere Mannen der Rheinbahn. „Habt Ihr ’ne Zange dabei?“ Das wollte ein freundlicher Helfer in Prinzenwagennähe wissen. Leider Fehlanzeige.
Sonnenblumen und Vogelscheuche – ein nettes Kontrastprogramm zum trüben Himmel bot der Wagen der katholischen Jugend von St. Christophorus in Breitscheid. Davor traten Kinderkarnevalisten in Aktion. Das Ex-Prinzenpaar Natalie I. und Sven II. hatte ruckzuck für Ex-Hoppeditz Günter Vogel einen Orden und zwei Bützchen parat. Vogel selbst war gerade auf dem Weg zu seinem rosenmontäglichen Arbeitsplatz. Er kommentierte von der Hebebühne am Marktplatz.
Ein wenig Politik gefällig? Die kam aus Hösel: „Da lachen ja die Pferde, da kütt ’ne Mauer aus der Erde“, hieß es zur Sportplatz-Diskussion auf einem Wagen. Zu Fuß unterwegs wurde der Ratinger Prinz dann vor Zugbeginn noch im „Salon Vogt“ gesichtet – laut einem Schild im Schaufenster „Der Barbier des Prinzen“.
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