Fußball: Akyüz, der Unruheherd
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 14.09.2007Fußball-Verbandsligist Ratingen 04/19 tritt zum Derby beim 1. FC Wülfrath an.
Den guten Start und die Punkte kann den Ratingern zwar keiner mehr nehmen, aber nach zwei sieglosen Spielen gerät die Mannschaft nun doch in Gefahr, ins Mittelfeld abzurutschen. Das wiederum würde nicht nur die Fans, sondern auch die Spieler ärgern, deren Punktprämien auch an den Tabellenplatz gekoppelt sind. Je erfolgreicher sie spielen, je besser sie stehen, desto fetter die Prämie. Aber das ist natürlich nur ein Grund, warum es sich zu gewinnen lohnt. Neben der finanziellen winkt vor allem aber auch die emotionale Anerkennung, die ein Erfolg in Wülfrath mit sich bringen würde.
Nach zwei Siegen folgten zwei sieglose Begegnungen. Hatte Bernd Klotz anfangs keinen Grund zum Wechseln, so könnte die Devise des Trainers nun lauten: Wir haben nicht gewonnen, also müssen wir etwas verändern. Aber was?
Thomas Scholz kämpft um seinen Platz zwischen den Pfosten. Eigentlich wollte der 19 Jahre alte Schlussmann heute Abend nach Dortmund fahren, um sich die Bundesliga-Begegnung gegen Werder Bremen anzusehen. Er hatte auch schon eine Karte. Aber er hatte auch so eine Ahnung. Jedenfalls teilte er dem verdutzten Trainer Klotz mit, dass er nicht nach Dortmund fahren, sondern stattdessen am Training teilnehmen werde: „Ich will mir die Chance zu spielen nicht verbauen.“
Klotz unter Zugzwang
Das war aber nicht die einzige bemerkenswerte Situation, die sich in dieser Woche während des Trainings ereignete. Mindestens ebenso erstaunlich war die Reaktion von Ergin Akyüz, der zuletzt auf der Bank gesessen hatte. Der 25 Jahre alte Student gab dermaßen Gas, dass er Trainer Bernd Klotz in Zugzwang gebracht hat. Jedenfalls hat er sich regelrecht aufgedrängt und aufgrund seines Engagements scheint eine Rückkehr keineswegs mehr ausgeschlossen – zumal Daniel Rehag von seiner Bestform noch weit entfernt ist und die Wadenkrämpfe gegen Viersen ein eindeutiges Zeichen dafür waren, dass er noch nicht hundertprozentig fit ist. Doch gerade hohe Laufbereitschaft ist in Wülfrath gefragt, wo der 1. FC über schnelle Stürmer sowie Flügelflitzer auf den Außenbahnen verfügt.
Ungelöst scheint hingegen die Frage, wer die rechte Außenbahn beackern soll? Hakan Yalcinkaya hat sich zwar wieder gesund gemeldet, doch käme sein Einsatz nach der Muskelverletzung möglicherweise noch zu früh – zumal auch Samir El Hajjaj und Gengo Seta wieder einsatzbereit sind. Allerdings sind beides Linksfüßer. „Da passt noch einiges nicht“, sagt Trainer Bernd Klotz, der aber noch 48 Stunden Bedenkzeit hat. Aber eines ist gewiss: An Lauffreude und Einsatzwillen mangelt es weder El Hajjaj, noch Seta. Das ist beruhigend.
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