Fußball: Auf der Kuhwiese
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 27.03.2007Fußball-Verbandsligist Ratingen 04/19 erwartet heute den Tabellenzweiten Rot-Weiß Essen II.
Suat Tokat wird erstmals wieder von Beginn an spielen und der Offensive neuen Schwung verleihen.Die Moral ist intakt, die Formkurve zeigt nach oben – aber jetzt muss auch langsam mal wieder ein Sieg her. Der letzte Dreier datiert vom 5. November. Damals feierte die Mannschaft ihren bislang einzigen Heimsieg gegen die Sportfreunde Baumberg (1:0), ohne den damaligen Trainer Dietmar Grabotin, der beruflich in Portugal weilte. „Es wird Zeit, dass wir punkten“, sagt Bernd Klotz, der noch auf seinen ersten Sieg wartet, aber unter dessen Leitung die Mannschaft daheim in den beiden bisherigen Spielen ohne Gegentor blieb. Sollte ihr das auch heute (19 Uhr) gegen den Tabellenzweiten gelingen, so wäre zumindest ein Teilerfolg perfekt, mit dem man gut leben könnte. Denn dann geht es gegen die direkten Konkurrenten Viersen, Hönnepel-Niedermörmter, Cronenberg, Goch und Hamborn.
Gestern Abend beim Abschlusstraining in West – der Platz ist dank der Sommerzeit wieder zu nutzen – wurden noch einige Kombinationen sowie Standardsituationen einstudiert. Dabei zeichnete sich ab, dass Suat Tokat erstmals nach der Winterpause wieder von Beginn an mitwirken wird. Yassine Labiadh ist fit, muss aber wahrscheinlich ebenso wie der wieder genesene Andreas Kusel zunächst einmal auf der Bank Platz nehmen. Klotz will nicht auf den läuferisch starken Gengo Seta und den kampfstarken Hakan Yalcinkaya verzichten, der eine spezielle Aufgabe erhält: Er soll sich um Essens Spielmacher kümmern und seine Kreise stören. „Die Essener sind ein schöner Maßstab“, sagt Bernd Klotz. „Sie sind frisch, jung, technisch stark und nach Fortuna die spielstärkste Mannschaft.“
Das sieht Kapitän Sven Di Nardo genau so. „Die wollen nur spielen“, sagt er. „Und wir müssen ihnen die Lust daran nehmen, ihnen von Beginn an den Schneid abkaufen.“ Schützenhilfe könnte den Ratingern der Rasen leisten: „Auf der Kuhwiese ist das nur schwer möglich. Aber wir sind davon genauso betroffen.“ Und selbst auf ebenem Grün haben die Ratinger beim Hinspielsieg (2:1) bewiesen, dass sie durchaus mithalten hönnen. „Unschlagbar sind die Essener nicht.“
Ob Sven Di Nardo auch in der kommenden Saison bei 04/19 spielt, ist ungewiss. „Ich werde mich beruflich verändern, da weiß ich nicht, ob das vereinbar ist“, sagt der Routinier. „Mit mir hat aber noch niemand gesprochen, deshalb weiß ich auch nicht, ob Interesse vorhanden ist. Höchste Zeit, sonst müssen sie wieder eine Truppe aus dem Hut zaubern.“
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