Tennis: Aufschlag zum Aufstieg
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 13.07.2007Der Ratinger Tennis-Club richtet ab morgen die Aufstiegsrunde zur Zweiten Damen-Tennisbundesliga aus.
Trainer Oliver Selbach stellt Bestbesetzung. Für Moers, das nicht spielen wollte, ist Friederika Bochum nachgerückt.Oliver Selbach hat eine Wunschvorstellung: „Wir versuchen am Samstag und am Sonntag zu gewinnen und möglichst alle acht Spielerinnen einzusetzen.“ Dass das aber gelinde gesagt nur ein Traum ist, weiß der Trainer des Ratinger Tennis-Clubs (RTC) Grün-Weiß auch. Denn an diesem Wochenende geht es für den Club auf der heimischen Anlage am Götschenbeck um nichts geringeres als den Aufstieg in die Zweite Bundesliga. Da muss das sportliche Ziel im Vordergrund stehen und nicht die persönlichen Befindlichkeiten einzelner Akteure.
So drastisch möchte Selbach es aber nicht ausdrücken: „Für mich ist wichtig, dass acht Spielerinnen da sind. Dass alle spielen wollen, ist logisch und alle haben es auch verdient. Aber darüber müssen wir sprechen.“ Denn für den Trainer ist der Aufstieg nur mit einem funktionierenden Team möglich: „Auf der einen Seite steht der sportliche Erfolg, auf der anderen der Team-Zusammenhalt. Wir müssen sehen, dass wir alle zufrieden stellen können, dann ist das Team stark genug, um aufzusteigen.“
Wichtige Bausteine sind dabei natürlich die Spitzenspielerinnen Elise Tamaela und Kim Kilsdonk, die zusammen anreisen. „Elise ist noch auf einem Turnier in Darmstadt, aber Kim meint, sie werden es bis Samstag schaffen. Und Sina Ladage hat extra ein Turnier abgesagt, um für uns zu spielen“, so Selbach. Einzig Antoaneta Pandjerova, die auf Heimaturlaub in Bulgarien ist, fehlt bei den amtierenden Niederrheinmeistern, die sich mit dem Mittelrheinmeister RTHC Bayer Leverkusen, Westfalenmeister Ruderclub Hamm und der TG Friederika Bochum messen müssen.
Respekt hat Selbach vor allem vor Hamm, das sich pünktlich zur Aufstiegsrunde noch einmal verstärkt hat: Die Italienerin Romina Oprandi, die an Position vier des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) steht. Eine Teilnahmebedingung an der Aufstiegsrunde ist, dass eine Spielerin mindestens drei Einsätze in der Saison gehabt haben muss. Oprandi hat exakt dreimal gespielt. Sollte sie gegen die Nummer eins des RTC, Elise Tamaela (DTB 8), spielen, wird es bestimmt spannend.
Friederika Bochum ist neu im Aufgebot. Sie sind Nachrücker für den Vizemeister der Niederrheinliga, den Sportpark Moers-Asberg, der die Aufstiegsrunde nicht spielen wollte, weil ihm die Zweite Liga zu schwer erschien. Ähnlich sah das wohl der TC Union Münster, der als Vizemeister der Westfalenliga hätte nachrücken dürfen, aber zugunsten von Bochum verzichtete.
Solche Überlegungen kennt Selbach nicht: „Ich denke nicht, dass man seine Ziele an dem ausrichten sollte, was andere Vereine machen. Wenn man die Chance zum Aufstieg hat, sollte man versuchen, sie zu nutzen. Wer weiß, was in einem Jahr passiert, und ob die Zweite Liga dann wirklich so stark ist.“ Das gilt es herauszufinden.
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