Handball: Bagel stellt Weichen zum Sieg
VON WERNER MÖLLER - zuletzt aktualisiert: 16.01.2012Handball (RP). Erstmals in der langen Vereinsgeschichte standen sich der TuS 08 Lintorf und TV Heiligenhaus in einem Punktspiel gegenüber. Es war beim 35:25 eine klare Sache für die Gastgeber.
Es bleibt spannend an der Spitze der Handball-Verbandsliga. Der TuS Lintorf entschied im vorletzten Hinrundenspiel das Nachbarschaftsderby gegen den Aufsteiger TV Heiligenhaus mit 35:25 (15:14) für sich und festigte seine Verfolgerrolle.
Die Heiligenhauser zeigten 40 Minuten lang eine beachtliche Leitung, lagen im ersten Durchgang mehrfach vorne und waren bis zum 17:17 (39.) durch den starken Mühlenhaupt durchaus ebenbürtig.
Bagel brachte den TuS in Führung, die Held sowie Hattig mit Siebenmeter und Bauerfeld dann auf 21:17 (42.) ausbauten. Ein herber Schock für die Gäste, die sich auswärts immer noch schwer tun und dann nicht mehr heran kamen. Erstmals standen sich diese Traditions-Nachbarvereine im einem Punktspiel gegenüber, das der TuS damit locker für sich entschied.
Dabei hatte Trainer Lars Biermann Personalsorgen. Denn Linkshänder Stefan Sossalla musste wegen Knie-Problemen pausieren und zudem Nicky Töpfer. Der Linkshänder zog sich beim Abschlusstraining eine Fingerverletzung zu.
Schwer wog aber das frühzeitige Ausscheiden von Phillip Hattig. Er knickte in der 48. Minute bei 24:20 mit dem rechten Fuß um. Der schwoll sofort eigroß an, und an Weiterspielen war kein Denken mehr.
Unglaublich dann der Wutanfall des 29 Jahre alten Rückraum-Bombers. Humpelnd schoss er einen Korb voller Dusch-Utensilien quer durch die Halle und Co-Trainerin Nadine Heinemann durfte alles mühevoll einsammeln.
Nach dem Sieg lächelte der Publikums-Liebling wieder. Niemand in Lintorf nimmt ihm diese Gefühlsausbrüche übel. "Es ist wieder die alte Verletzung", erzählte er. "Sie ist neu aufgebrochen. Das bedeutet zwei Wochen Pause. Aber in 14 Tagen, wenn der TV Ratingen hier antreten muss, dann bin ich wieder fit." Über körperlichen Schwerzen spricht ein Hattig nicht.
Trainer Lars Biermann: "Zunächst befand sich etwas Sand im Getriebe. Dann wurde unser Spiel von hinten heraus schneller wie auch gefordert, und der Sieg war schließlich eine klare Angelegenheit." Es ergab einiges Erfreuliche beim Tabellendritten. So kam Sven Voigtländer nach 20 Minuten für Töpfer und hielt dann 14 Bälle, darunter bei 15:14 einen Siebenmeter mit Nachwurf von Oliver Franke.
Hinzu kommt der Formanstieg des jungen Nils Büttner. Der kleine Linkshänder wurde an der rechten Seite häufig in Szene gesetzt, und dann strahlte er viel Spielfreude aus. Das lange Formtief scheint überwunden. Stark zudem Patrick Osterc und der junge Kevin Held.
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