Fußball: Defensiv top
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 17.11.2008Ratingen 04/19 kam bei Turu Düsseldorf nicht über ein 0:0 hinaus.
Damit haben die Blau-Gelben Spitzenreiter Solingen aus den Augen verloren, sind aber weiterhin Tabellenvierter.Die Urteile fielen recht unterschiedlich aus. „Das war die bislang schwächste Saisonleistung“, urteilte Sponsor Hartmut Manja. Und auch Trikotsponsor Karl-Heinz Dorst war nicht zufrieden. Dieses Schicksal teilte auch Trainer Karl Weiß, der bei der Beurteilung aber weitaus nüchterner mit den Fakten umging.
Laufbereitschaft und Einsatzfreude bei den Ratingern stimmten auch in Oberbilk. Die Viererkette war zuverlässig und gestattete den Gastgebern nicht eine einzige echte Chance. Die Defensivleistung der Mannschaft war also richtig gut. Vor allem Patrick Fiedorra und Hakan Yalcinkaya überzeugten und wiesen eine beeindruckende Zweikampfbilanz auf.
Wo es mangelte? Im spielerischen und offensiven Bereich. Kombinationen kamen kaum zustande. Die Partie war umkämpft und zerfahren. Das lag sicherlich auch am Tempo, das recht ordentlich war, und der Aggressivität beider Mannschaften, die jeglichen Kombinationsfluss im Keim erstickten. Über Außen kam zu wenig. Es mangelte an Durchsetzungsvermögen und Durchschlagskraft. Allerdings boten die Gastgeber auch ihre beste Saisonleistung in der Abwehr, allen voran Gökbayrak und Loukil, die zweimal den Ball von der Linie kratzten.
Also hätte die Begegnung nur durch eine Standardsituation entschieden werden können. Den ersten Freistoß von Luard Jaha (4.) parierte Torhüter Agen. Beim zweiten Freistoß von Jaha (21.) verpasste Patrick Fiedorra nur um einen halben Schritt. Und nach dem Wechsel wurde ein Schuss von Thomas Zelles im letzten Moment geblockt; später zögerte Thomas Galewski zu lang. Vor allem der eingewechselte Cakici belebte das Flügelspiel, doch auch die Joker Benedyk und Savanovic stachen nicht. Das zeigt jedoch, dass Ratingens Trainer Karl Weiß die Offensive zu stärken suchte, wo es nur ging und mit dem Remis nicht zufrieden war.
Im Gegensatz zur TuRU. Als die Gastgeber zwei Minuten vor Schluss einen Freistoß zugesprochen bekamen, begaben sich lediglich drei Akteure in den Strafraum – das 0:0 zu sichern, schien ihnen wichtiger zu sein.
„Wir haben heute eher zwei Punkte verloren, als einen gewonnen“, bilanzierte Ratingens Trainer Karl Weiß, womit er goldrichtig lag. Auch wenn der Kontakt zum Spitzenreiter Union Solingen nun erst einmal abgerissen ist, so dürfen die Ratinger nicht unzufrieden sein, zumal sie drei Stammkräfte – vor allem den offensivstarken Daniel Rehag sowie Björn Rohpeter und Eser Karadag – ersetzen mussten.
Und so brachte es der starke Hakan Yalcinkaya, der diesmal als rechter Verteidiger eingesetzt wurde, auf den Punkt: „Hinten waren wir stark, aber nach vorne fehlte etwas.“
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