Dzehalevich spielte
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 13.05.2008Grün-Weiß Ratingen hat vor einem ordentlichen Gericht eine einstweilige Verfügung erwirkt.
Deshalb konnte Ekaterina Dzehalevich spielen. Vergebens. Der RTC verlor in Lintorf und gegen Blau-Weiß Berlin.Für reichlich Gesprächsstoff war schon vor dem ersten Aufschlag des Derbys in Lintorf gesorgt. Daniel Meier hatte im Kampf um die Spielberechtigung für Ekaterina Dzehalevich, die der Deutsche Tennis Bund (DTB) verweigert hatte, ein ordentliches Gericht angerufen und eine einstweilige Verfügung erwirkt. Damit stiegen die Chancen der Grün-Weißen laut Meier zwar nur „von 5 auf 20 Prozent“, aber der Aufsteiger in die zweite Bundesliga wollte nichts unversucht lassen. Das Engagement der Grün-Weißen indes wurde nicht belohnt. Sie verloren beim Lintorfer TC mit 2:7. Gestern spielte die Weißrussin bereits beim Turnier in Rom um Weltranglistenpunkte. Die 0:9-Niederlage gegen den Meisterschaftsfavoriten Blau-Weiß Berlin war nämlich eingeplant.
Sieg oder Abstieg
„Auf die nächsten beiden Spiele kommt es an“, sagt RTC-Sportwart Daniel Meier. „Nächsten Sonntag bei Rot-Weiß Berlin und dann gegen Marienburg müssen wir gewinnen, sonst können wir die Klasse nicht halten. Deshalb werden wir mit stärkster Aufstellung antreten.“ Also erneut mit Ekaterina Dzehalevich, aber auch mit den Niederländerinnen Elise Tamaela und Pauline Wong, die beide am Pfingstwochenende fehlten. Damit Dzehalevich spielen kann, werden die Grün-Weißen wahrscheinlich erneut das Gericht bemühen müssen. „Das machen wir ungern, aber der DTB reagiert ja leider nicht“, sagt Meier.
Der Fall Dzehalevich: Bereits im August hat der RTC Grün-Weiß die 22 Jahre alte Weißrussin verpflichtet und dies ordnungsgemäß dem DTB gemeldet. In der Winterhallenrunde hat die Nummer 162 der Weltrangliste ein Spiel für einen Club nahe Bremerhaven bestritten. „Sie haben mir gesagt, das sei kein Problem“, beteuert Dzehalevich. In Ratingen fragte sie nicht nach. „Ich hätte ihr gesagt, dass das nicht geht“, so Meier, der aber erst am 21. April davon erfuhr, als der DTB die Spielerlaubnis entzog. Zehn Tage vor dem Saisonstart. Da so schnell kein adäquater Ersatz zu bekommen war, legte der RTC beim DTB Protest ein. Doch der Verband rührt sich nicht. „Da blieb uns keine andere Wahl, als vor ein ordentliches Gericht zu gehen“, sagt Meier, der um das Risiko weiß. Sollten die Grün-Weißen zum Beispiel mit Dzehalevich nächste Woche in Berlin gewinnen, so müsste der Club bangen, die Punkte durch den Verband am grünen Tisch zu verlieren.
Das Theater hat Nerven gekostet
An Ekaterina Dzehalevich ist die ganze Geschichte jedenfalls nicht spurlos vorüber gegangen. Nach gewonnenem ersten Satz gegen die Russin Ekaterina Ivanova zeigte sie plötzlich Nerven. Die laufstarke Rechtshänderin war in den Sätzen zwei und drei nahezu chancenlos. „Natürlich war ich ziemlich unter Druck“, meinte sie. „Das ganze Theater, spiele ich oder spiele ich nicht.“
Daniel Meier hatte die beiden Niederlagen in Lintorf und gegen Berlin eingeplant. „In Lintorf hätten wir eine Chance gehabt, wenn wir komplett gewesen wären, gegen Berlin sowieso nicht“, sagt er. „Aber wir werden alles daran setzen, um in den nächsten beiden Begegnungen komplett zu sein.“ Geht Meiers Rechnung auf, bleibt die Sorge vor dem Verband.
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