Fußball: Es passt
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 05.10.200904/19 hat aus den ersten zehn Spielen 22 Punkte geholt und zuletzt fünf Siege in Folge gefeiert. Zweimal mussten sich die Blau-Gelben geschlagen geben: Zum Meisterschaftsauftakt in Wülfrath (0:2) und beim Aufsteiger in Fischeln (0:1).
In dieser Begegnung waren die Ratinger aber derart überlegen, dass der Trainer sogar einen Zwei-Klassen-Unterschied ausgemacht hatte. Was sind die Gründe für den Höhenflug? Und was bedeutet das perspektivisch?
Fitness Die gute körperliche Verfassung der Mannschaft bildet eine solide Basis. Das Team kann ein hohes Tempo gehen, ist den Kontrahenten läuferisch meist überlegen. "Solange wir die Fitness haben, gehören wir zu den Top-Mannschaften der Liga", sagt Trainer Karl Weiß, der die Fitness mit den jungen, willigen Spielern erarbeitet hat. Dass die Mannschaft bislang vom Verletzungspech verschont geblieben ist, mag auch Glück sein, ist aber auch ein Resultat der Fitness.
Spielfreude Laufen allein genügt natürlich nicht. Es bedarf auch technischer und spielerischer Qualitäten. Über diese verfügt die Mannschaft in unterschiedlicher Weise. Mit Daniel Rehag hat sie allerdings einen Spieler in ihren Reihen, der über ein Potenzial verfügt, das selbst ein, zwei Klassen höher Seltenheitswert hat. Das Team ist nicht von ihm abhängig, profitiert aber von ihm. Und manchmal macht er den Unterschied.
Siegeswille Der notwendige Erfolgshunger ist groß. Das liegt am Charakter der Spieler, die zudem mit finanziellen Anreizen – niedriges Grundgehalt, aber Erfolgsprämien – belohnt werden. Dieser unbedingte Siegeswille wird zum Beispiel von Hakan Yalcinkaya verkörpert. Der 23-Jährige spielt die fünfte Saison im RSV-Trikot und ist somit dienstältester Ratinger. Dass er mit fünf Toren die vereinsinterne Torjägerliste anführt, ist ebenfalls auf seinen unbändigen Willen zurückzuführen: Das Runde muss ins Eckige.
Stammformation Trainer Karl Weiß hat inzwischen seine Stammformation gefunden. Die Mannschaft wirkt eingespielt, gewisse Automatismen greifen. Das ist gut, aber nicht unproblematisch für die recht gut besetzte Bank, auf der es aber aufgrund der menschlichen Qualitäten keine Unruhe gibt.
Trainer Karl Weiß ist den Spielern ein Vorbild. Er ist körperlich fit, integer, zielorientiert und von einem großen Erfolgswillen beseelt. Er ist mit Leib und Seele Fußballer, weiß aber, dass das die schönste Nebensache der Welt ist.
Perspektive In der Niederrheinliga gibt es keine Mannschaft, die im Alleingang zur Meisterschaft marschiert. Die Ratinger können im Kampf um den Titel mitmischen.
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