Tennis: Favoritin Werner siegt
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 23.08.2011Tennis (RP). Scarlett Werner gewinnt die WSH Ratingen Open beim RTC Grün-Weiß. Sie kassiert 1500 Dollar und 15 Weltranglistenpunkte.
Die Sonne brennt auf der roten Asche. Die einen sind froh, dass das Gewitter erst später kommt, die anderen suchen sich ein schattiges Plätzchen unter den Bäumen am Rande des Platzes.
Scarlett Werner, die an Nummer eins gesetzt und ihrer Favoritenrolle damit gerecht geworden ist, schlägt ihrer Endspielgegnerin Elizaveta Ianchuk aus der Ukraine die Bälle nur so um die Ohren. Die 26 Jahre alte Berlinerin gewinnt mit 6:0 und 7:5. Als Siegerin des mit 10 000 Dollar dotierten ITF-Turniers kassiert sie 1500 Dollar. Vor allem aber wollte sie die 15 Punkte, die sie in der Weltrangliste ein Stückchen höher krabbeln lassen.
Alle zahlen, wenige kassieren
10 000 Dollar – klingt nach einem hübschen Sümmchen. Ist es auch, und darüber freut sich auch Vater Staat; allein über die 1900 Dollar Mehrwertsteuer. Für die Spielerinnen bleibt natürlich auch etwas übrig, aber das reicht, wenn überhaupt, um die Kosten zu decken. Wer das Hauptfeld erreicht, erhält exakt 98 Dollar – und einen Weltranglistenpunkt.
Das war allein das große Ziel der 50 Spielerinnen, die an der Qualifikation teilnahmen und von denen acht den Sprung ins Hauptfeld schafften, für das sich 24 aufgrund ihres Rankings qualifiziert hatten. 40 Dollar Startgeld zahlten die Spielerinnen – alle, auch die an Nummer eins gesetzte Scarlett Werner. "Das wird immer sofort verrechnet", berichtet Daniel Meier, der Sportwart des RTC Grün-Weiß. "Auch die Steuern werden sofort einbehalten, manchmal auch offene Verbandsstrafen."
10 000 Dollar Preisgeld – damit ist es für den RTC Grün-Weiß natürlich nicht getan. Benötigt wird mindestens noch einmal so viel. Allein die sechs Schiedsrichter müssen in der Turnierwoche im Hotel untergebracht werden und erhalten einen Tagessatz zwischen 60 und 120 Euro. 900 Euro müssen für Bälle gezahlt werden, zudem muss ständig ein Physiotherapeut zur Verfügung stehen, ein Bespannungsdienst und ein Fahrdienst. All das geht natürlich nicht ohne Sponsoren. Die Schiedsrichter wohnten bei Stefan Schneider im Kleinen Stadthotel und wurden dort versorgt. Den Fahrdienst, der Referees und Spielerinnen vom Holtel zur Anlage brachte, übernahm BMW.
Von der Siegerin Scarlett Werner musste er übrigens nicht in Anspruch genommen werden. Sie hat einen eigenen Tourbus, an den auch schon mal eine Wäscheleine gespannt und das ein oder andere Teil getrocknet wird und der von einem kleinen Hund bewacht wird.
Trotz aller Hilfe wurden aber auch Sponsoren benötigt, die Bares geben. So wurde das Turnier von WSH, Deutsche Vermögenstreuhand, unterstützt und natürlich auch vom Gönner Dieter Krönlein, dessen Frau Jutta Geburtstag feierte und natürlich einen schönen Blumenstrauß bekam.
Aber auch der Tennisverband Niederrhein (TVN) unterstützte das einzige ITF-Turnier der Region. Der TVN-Vorsitzende Ulrich Bunkowitz und der RTC-Vorsitzende Dr. Helmut Lütcke nahmen die Siegerehrung vor. "Es wäre schön, wenn wir noch einmal solch ein Turnier ausrichten dürften", meinte Dr. Lütcke, dessen Verein sich anlässlich des 100-jährigen Bestehens darum bemüht hatte.
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