Fünf Verteidiger
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 22.09.2006Als Spitzenreiter der Eishockey-Oberliga treten die Ice Aliens an:
heute bei den Eisbären Juniors in Berlin, am Sonntag daheim gegen Peiting.Thomas Popiesch ist ganz locker. Mit Badelatschen steht er an diesem herrlichen Spätsommertag bei Temperaturen um 28 Grad im VIP-Raum der Eishalle und plaudert über die bevorstehenden Aufgaben. Die zwei Siege zum Auftakt seiner Trainer-Karriere haben etwas den Druck gemindert, nicht aber den Erfolgshunger gestillt. Weitere Punkte sollen her: heute in Berlin, Sonntag gegen Peiting. Doch der Coach weiß, dass es nicht so leicht wird, ein zweites Sechs-Punkte-Wochenende in Folge zu feiern. „Ich habe vor beiden Gegner Respekt“, sagt er.
Wenngleich er das ein oder andere über Berlin und Peiting gehört hat, so steht doch seine Mannschaft im Blickpunkt des Interesses – zumal mit Alexander Baum, der an einer Sprunggelenksverletzung laboriert, und Malte Seifert, der gesperrt ist, gleich zwei Verteidiger ausfallen. Und so machte sich bei Popiesch Erleichterung breit, als Duisburgs Manager Uli Egen gestern anrief und mitteilte, dass der mit einer Förderlizenz ausgestattete Verteidiger Alexander Engel den Aliens heute zur Verfügung stehe.
Eine Sorge ist Thomas Popiesch somit los, denn damit stehen ihm in der Hauptstadt zumindest fünf Verteidiger zur Verfügung. An der Seite von Jan Philipp Priebsch werden sich jedoch zunächst nur die beiden Routiniers Sean Owens und Klaus Micheller abwechseln. „Die Verteidiger müssen nämlich hellwach sein“, sagt Thomas Popiesch. „Die Berliner spielen das Torpedo-System und setzen die Abwehrspieler sofort unter Druck. Da bleibt ihnen nicht viel Zeit.“
Und auch über den EC Peiting zeigt sich Popiesch gut informiert. So weiß er zum Beispiel zu berichten, dass bei den Bayern nicht nur Top-Scorer Ryan Huddy – er war an allen sechs bislang erzielten Tore beteiligt – große Aufmerksamkeit verdient, sondern auch Tom Morris, der „immerhin in der vierten Runde von Vancouver gedraftet wurde. Das kann kein Schlechter sein. Aber jetzt interessieren mich erst mal nur die Eisbären.“
Und natürlich die Aliens, bei denen Tobias Orkan positiv überrascht hat – zumindest die Ratinger. Da der neue Geschäftsführer Udo Tursas aber in Köln quasi zu Hause ist, war das für ihn keine so große Überraschung. „Tobias hat in der Schüler-Bundesliga immerhin 150 Tore gemacht“, weiß Tursas zu berichten. Und der 18 Jahre alte Stürmer hängt sich rein und will nun das erkämpfen, was die Kölner Haie ihm bislang verwehrt haben: eine Förderlizenz.
In Ratingen hat er einen ersten Schritt in diese Richtung gemacht, denn eigentlich sollte er mit der Mannschaft trainieren, aber bei den Junioren spielen. Doch er hat Thomas Popiesch überzeugt und sich zunächst einmal einen Platz im Team erkämpft. „Er ist lernwillig, hört zu und spielt mit einem wahnsinnig hohen Einsatz“, sagt der Coach. „Er hat seine Chance genutzt.“
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