Tennis: Homberg: Nach Klassenerhalt Praktikum beim DTB
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 03.02.2007Jessica Homberg hat dem Lintorfer Tennisclub (LTC) vorzeitig den Verbleib in der Niederrheinliga gesichert.
Gegen den Rochusclub Düsseldorf gewann die 20-Jährige ihr Einzel gegen Camilla Kremer und da die Doppel aufgeteilt wurden, reichte dieser Einzelerfolg bei der 2:4-Niederlage zu einem Punkt in der Tabelle, der nun den Klassenerhalt in Deutschlands höchster Winter-Spielklasse beschert. Das heutige Match gegen das Schlusslicht Blau-Weiß Neuss hat so nur noch statistischen Wert.
Doch Jessica Homberg investiert derzeit nicht nur in den Vereinssport, sondern auch in ihre berufliche Zukunft. Auch hier darf das Tennis natürlich nicht zu kurz kommen und daher hat die Studentin nun ein vierwöchiges Praktikum beim Deutschen Tennis Bund (DTB) in Hamburg begonnen. „Ich bin hier in mehrere Projekte eingebunden und helfe, wo Arbeit anfällt. Es gefällt mir sehr, sehr gut hier“, sagt Homberg.
In Iserlohn studiert sie Sport und Eventmanagement im Studiengang Bachelor, der einen engmaschigen Stunden- und Klausurplan vorschreibt. Daher hatte Homberg in den Ligaspielen häufig den Kopf nicht frei, Konzentrationsmängel im Training kamen hinzu. „Ich hatte zehn Klausuren in anderthalb Wochen. Sogar an meinem 20. Geburtstag hatte ich zwei Klausuren“, beschreibt Homberg den psychischen Stress. Den konnte sie aber zumindest gegen den Rochusclub in sportliche Energie umwandeln, sicher siegte sie 6:4 und 6:2. „Da hatte ich keine Klausuren mehr, ein bisschen mehr Ruhe und mehr Konzentration für das Training“, erklärt Homberg.
Während ihres Bachelor-Studiums muss die Lintorferin Praktika von insgesamt drei Monaten vorweisen, der DTB ist also nur der Anfang. Und dass sie diese Stelle überhaupt bekam, war reiner Zufall: „Ich war in Berlin beim Endspiel der Deutschen Meisterschaften und als wir mit dem Shuttle-Service zum Hotel zurück gefahren sind, saßen DTB-Präsident und sein Vize bei uns im Auto. Wir sind so ins Gespräch gekommen, dass ich auch Tennis spiele, und dann ist mir das Praktikum angeboten worden.“ Homberg griff zu, doch die Suche nach einer Bleibe gestaltete sich spannend: „Es gibt Studenten-WG’s zur Zwischenmiete und ich habe stundenlang im Internet gesucht. Erst zwei Tage vor meiner Abreise nach Hamburg habe ich zufällig eine Zweier-WG gefunden“, sagt Homberg, die sich über die günstige Lage freut: „Das ist nur fünf Minuten mit dem Fahrrad von der Anlage an der Alster weg.“
Das Radfahren ist aber nicht die einzige sportliche Betätigung: „Ich habe mit dem Trainer abgesprochen, dass ich hier zweimal pro Woche trainieren darf“, sagt Homberg, die daher heute fit nach Neuss zum Saisonfinale fährt. Das Praktikum ist also sowohl für Jessica Homberg als auch für den LTC ein Glücksfall.
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